Finanzplanung in der Zeit nach dem Brexit-Votum

Finanzplanung

In ungewissen Zeiten ist Nichtstun keine Option

Dirk Thomas Wagner, Sales Development ERP Cloud, @dtwgermany


Das Brexit-Votum hat im EMEA-Wirtschaftsraum für große Unsicherheit gesorgt. Trotzdem sind sich Unternehmen bewusst: „Stagnancy is not an Option“. Stillstand ist keine Option.

 Früher war der Arbeitsplatz eines CFOs eher ruhig. Das hat sich im Jahr 2016 aufgrund von wirtschaftlicher Unsicherheit und politischem Wandel geändert. 

Früher war der Arbeitsplatz eines CFOs eher ruhig. Das hat sich im Jahr 2016 aufgrund von wirtschaftlicher Unsicherheit und politischem Wandel geändert. Finanzführungskräfte stehen unter starkem Druck, Geschäftsprozesse zu modernisieren und ihrem Unternehmen einen Vorsprung vor den Mitbewerbern zu verschaffen. Das Ergebnis des britischen EU-Referendums vom Juni dieses Jahres hat ihren Job vermutlich noch schwerer gemacht. Immerhin haben wir es hier mit dem drittgrößten deutschen Exportmarkt nach den Vereinigten Staaten und Frankreich zu tun. Dazu kommen protektionistische Tendenzen ausgerechnet in dem größten Exportmarkt USA. Wohin geht die Reise von TTIP?

Kalt erwischt

Der Weg ins Unbekannte

Der Weg ins Unbekannte

Das Brexit-Votum hat viele Unternehmen kalt erwischt. Unsere aktuelle Studie „Stepping into the Unknown“ zeigt, dass 41 Prozent aller Unternehmen nicht mit dem Austritts-Ergebnis gerechnet haben und jetzt fieberhaft nach der richtigen Strategie suchen.

Unsicherheit verhindert jedoch keine Geschäftschancen. Ein solches Wirtschaftsumfeld bietet sogar Vorteile für strategisch agile Unternehmen. Einige der heute erfolgreichsten Unternehmen wurden während der Finanzkrise von 2008 gegründet. Sie haben ihre Geschäftsmodelle am veränderten Verbraucherverhalten ausgerichtet und Prozesse implementiert, die agil genug waren, mit dem Unternehmen mitzuwachsen. Für CFOs, die nur darauf warteten, ihre strategische Expertise unter Beweis zu stellen, ist dies genau der richtige Zeitpunkt.

Achtsam vorangehen

 Unsicherheit verhindert jedoch keine Geschäftschancen. Ein solches Wirtschaftsumfeld bietet sogar Vorteile für strategisch agile Unternehmen. 

50 Prozent der Führungskräfte aus dem Finanzbereich gehen davon aus, dass aufgrund von wirtschaftlicher Unsicherheit und Marktveränderungen im nächsten Jahr vermehrt Unternehmen in Schwierigkeiten geraten werden oder aufgeben müssen. Natürlich nimmt dadurch die Wahrscheinlichkeit von Unternehmensverkäufen und Übernahmen zu (59 Prozent der Befragten erwarten im nächsten Jahr mehr Fusionen und Unternehmensübernahmen.)

In dieser instabilen Marktumgebung ist Stillstand gleichbedeutend mit Rückschritt. Finanzführungskräfte sind sich bewusst, dass sie nicht in Schockstarre verharren können, während ihre Mitbewerber disruptive Geschäftsmodelle entwickeln und expandieren. 46 Prozent aller Finanzführungskräfte planen in Wachstum zu investieren, wenn sich Chancen auftun, auch wenn sie dabei vorsichtiger agieren.

32 Prozent wollen die Ausgaben auf ein Minimum reduzieren. Dies erscheint umsichtig, ist jedoch nur eine kurzfristige Lösung. Wer abwartet, bis sich die Situation beruhigt hat, wird es schwer haben, mit mutigeren Mitbewerbern Schritt zu halten.

Die Herausforderung meistern

 46 Prozent aller Finanzführungskräfte planen in Wachstum zu investieren, wenn sich Chancen auftun, auch wenn sie dabei vorsichtiger agieren. 

Strategische Investitionen und vernünftige Entscheidungen sind wichtiger als je zuvor. Entscheidungen, die im kommenden Jahr getroffen werden, können positive oder negative Auswirkungen haben. Unternehmen müssen sich daher noch intensiver auf eine starke Führung ihres CFOs verlassen können.

Finanzführungskräfte werden zu oft als diejenigen dargestellt, die die Kosten bei allen Gelegenheiten im Zaum halten. Bei einer unsicheren Wirtschaftslage haben sie jedoch eine komplexere Rolle. Sie müssen zwar die Ausgaben im Blick behalten, aber gleichzeitig das Unternehmen vor einer zu strengen Sparpolitik bewahren.

 Sie müssen zwar die Ausgaben im Blick behalten, aber gleichzeitig das Unternehmen vor einer zu strengen Sparpolitik bewahren. 

Dabei stehen sie jetzt und auch in Zukunft vor großen Herausforderungen. Fast die Hälfte (46 Prozent) der Finanzführungskräfte sagt, dass ihre Vorausplanung noch komplexer und unsicherer geworden ist. Als Folge davon haben 44 Prozent begonnen, mehrere Notfallpläne zu erarbeiten, die regelmäßig aktualisiert werden. So ist das Unternehmen für Veränderungen gewappnet und kann in allen Situationen angemessen reagieren.

CFOs spüren den größeren Druck. Sie nehmen jedoch auch die strategischen Aspekte ihrer Rolle wahr und übernehmen die Unternehmensplanung und -modellierung. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Befragten gibt an, dass ihre Rolle jetzt hauptsächlich in der Beratung des Unternehmens im Hinblick auf das Erreichen der Wachstumsziele liegt. Ein ähnlich großer Prozentsatz sagt, dass bei ihrer Rolle die Vorausplanung stärker in den Fokus gerückt ist.

Die erfolgreichsten Finanzführungskräfte blühen geradezu auf, wenn sie sich mit strategischen Herausforderungen konfrontiert sehen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass 53 Prozent angeben, ihre Einblicke seien jetzt wertvoller für das Unternehmen als je zuvor und dass derselbe Anteil den eigenen Job seitdem als erfüllender empfindet.

Unternehmenswandel vorbereiten

E-Book: Building Blocks of Organizational Change

Die Bausteine für den Unternehmenswandel.

Die Ereignisse des Jahres 2016, nicht zuletzt auch das Wahlergebnis in den Vereinigten Staaten (dem größten deutschen Exportmarkt), haben vielen Unternehmen ohne Zweifel einen Schock versetzt. Strategien und Zukunftsperspektiven sind neu zu bewerten. Die Aussichten bleiben jedoch weiterhin unklar. Ungeachtet dessen, ob ein Unternehmen mit einer größeren politischen oder plötzlichen wirtschaftlichen Veränderung konfrontiert ist, muss es in der Lage sein, schnell auf solche Ereignisse zu reagieren.

Dazu ist jedoch mehr nötig als nur ein Transformationsprozess und neue Technologien. Eine solche Veränderung erfordert einen kulturellen Wandel, der oben mit einer starken Führung beginnt und hinuntergeht bis zu jedem einzelnen Mitarbeiter.

Finanzexperten können ihre Erfahrung für eine klügere Planung und eine flexiblere Risikobewertung einbringen und verfestigen dadurch ihre Führungsrolle. In den Jahren seit der Finanzkrise von 2008 haben sich CFOs als Quelle für wichtige strategische Einblicke entwickelt. Jetzt werden diese neuen Fertigkeiten zum ersten Mal wirklich auf die Probe gestellt!


Weitere Informationen

Wir helfen Ihnen gerne

Sprechen Sie mit einem Vertriebsexperten

Nach Thema anmelden