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Die stille Revolution in HR

Joachim Skura, HCM Thought Leader, @JoachimSkura



Hochqualifizierte Mitarbeiter bringen das Machtgefüge in Unternehmen durcheinander. Sollen diese Talente gehalten werden, muss HR die nötigen Voraussetzungen schaffen.

Melanie Hache-Barrois

Joachim Skura, HCM Thought Leader

In der Arbeitswelt ist eine Revolution im Gange: die Angestellten entreißen ihren Vorgesetzten heimlich, still und leise die Macht. Das wirklich Interessante daran ist: viele Unternehmen haben das bisher nicht realisiert. Vielleicht wollen sie es auch gar nicht wahr haben.

Mitarbeiter haben eine noch nie da gewesene „Macht“. Nicht etwa weil sie streiken, sondern weil sie besondere Fähigkeiten besitzen, die das Unternehmen dringend braucht. Hochqualifizierte Mitarbeiter kennen ihren Wert und sitzen am längeren Hebel. Wenn der Arbeitgeber ihre Erwartungen nicht erfüllt, dann kündigen sie – mit der Gewissheit, dass sie ein anderes Unternehmen mit Kusshand aufnimmt. Es geht also nicht nur darum, den „people turnover“ zu managen, sondern insbesondere die Leistungsträger im „Mittelfeld“ der Organisation, die die Traktion „auf die Strasse bringen“, zu halten.

 Hochqualifizierte Mitarbeiter kennen ihren Wert und sitzen am längeren Hebel. 


Natürlich ist Mitarbeiterbindung seit jeher ein wichtiges Thema und viele Unternehmen  schreiben sich Motivation ganz groß auf die Fahnen. Das ist auch eine sehr lobenswerte Einstellung, aber die jüngsten Ergebnisse der Oracle-Studie „Simply Talent: A Western European Perspective“ zeigen eine erschreckende Diskrepanz zwischen den Ambitionen von Unternehmen und deren tatsächlichen Möglichkeiten.

Aber erstmal zur guten Nachricht. Immerhin wissen 96 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland, dass Employee Engagement vieles verbessert: Zusammenarbeit, Effizienz, Performance und auch den Service am Kunden. Die  Mitarbeiter sehen das übrigens genauso. Diese gaben mehrheitlich an, dass sie, wenn sie sich engagiert fühlen, produktiver sind und sich auch nicht nach einem anderen Job umsehen würden.

So weit, so gut. Aber: Wenn man die Motivation der Angestellten nicht effizient messen kann, wie will man dann wissen, ob die Mühen des Unternehmens überhaupt Früchte tragen?

Die Oracle-Studie offenbart, dass vielen Unternehmen einfach die Möglichkeit fehlt, Faktoren des Employee Engagement  intelligent zu messen. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) vertrauen noch immer auf eine jährliche Mitarbeiterbefragung. Haben Sie schon einmal bei solch einer Befragung mitgemacht? Die Qualität der Erkenntnisse aus diesen statischen Fragebögen zweifle ich schwer an!

Es ist zwar schön, dass es Unternehmen gibt, die sich um ihre Angestellten kümmern und erfahren wollen, was diese antreibt, dennoch ist diese Umfrage nur ein stumpfes Instrument und wenig zielführend.

 Personaler müssen klar machen, wie prioritär Mitarbeiterzufriedenheit ist und aufzeigen, wie sie die Performance des gesamten Unternehmens beeinflusst. 


Nicht einmal ein Drittel der Unternehmen nutzt moderne Data Analytics Tools oder reichert die Mitarbeiterbefragung mit Daten aus anderen Quellen, wie einzelnen Feedbackgesprächen, an. Da überrascht es niemanden, dass Personaler ins Trudeln geraten, wenn sie den Level des Employee Engagements nachweisen sollen.

Die Wahrheit ist: Viele Unternehmen haben keine Ahnung, wie zufrieden ihre Mitarbeiter sind. Oftmals verschätzen sie sich gründlich – und wiegen sich in falscher Sicherheit, oder schlimmer – HR berichtet dem Management das „alles ok“ sei und gleichzeitig „stimmen die guten Leute mit den Füssen ab!“.

Heutzutage müssten Unternehmen eigentlich Unzufriedenheit erkennen, bevor sie entsteht. Sie müssten proaktiv mit den Mitarbeitern kommunizieren. Dieser Kulturwandel muss Top-Down erfolgen, initiiert in der Vorstandsetage. Hier müssen Personaler klar machen, oder klargemacht bekommen, wie prioritär Mitarbeiterzufriedenheit ist. Sie müssen aufzeigen, wie sie die Performance des gesamten Unternehmens beeinflusst.

Dafür hat eine ROI-Kalkulation für das obere Management schon immer geholfen. Moderne Technologien – von Data Analytics bis zu dynamischen Feedback-Mechanismen – leisten wertvolle Unterstützung. So können Personalabteilungen und Manager besser auf unzufriedene Mitarbeiter reagieren und rechtzeitig einwirken – vor der inneren Revolte.


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