HR-Gamification

Gamifying Recruitment

Spielend leicht recruiten

Joachim Skura, HCM Thought Leader, @JoachimSkura


Talente über Spiele finden – das ist für Personalabteilungen das „nächste Level“ im Wettstreit um Talente.

Der Fachkräftemangel erschwert Unternehmen das Werben um gute Leute. Das ist mittlerweile schon längst eine Binsenweisheit. Dennoch ist und bleibt das Thema hochaktuell. Durchstöbert man die bekannten Job-Portale nach Angeboten für top-qualifizierte Mitarbeiter, findet man weltweit unzählige Vakanzen. Gibt es für all diese Positionen die perfekte Besetzung? Wohl eher nicht. Ich bin überzeugt, dass Unternehmen mit herkömmlichen Recruiting-Methoden nicht mehr weit kommen.

Oscar Lausegger

Joachim Skura, HCM Thought Leader

Detailliert ausformulierte Stellenanzeigen bleiben nach wie vor ein wichtiges Recruiting-Tool. Dennoch haben einige Unternehmen bereits einen neuen Kurs eingeschlagen. Sie nutzen zunehmend Empfehlungen von Kollegen und finden passende Kandidaten, indem sie aktiv Social-Media-Kanäle bespielen und sich Kandidatenpools aufbauen.

Doch es gibt eine neues Zauberwort im Recruiting: Gamification. Das funktioniert in anderen Lebensbereichen bereits recht gut. Millionen von uns duellieren sich beim Sport mit dem Computer, nur um sich virtuelle Abzeichen zu verdienen, spielen online Poker oder erobern virtuelle Welten – die Menge an Fernsehwerbung hierzu ist sprunghaft angestiegen. Online Gaming scheint „salonfähig“ geworden zu sein. Aber kann Gamification im Recruiting dasselbe leisten wie für unsere Fitness-Ziele?

 Mit herkömmlichen Recruiting-Verfahren werden Unternehmen zukünftig nicht mehr weit kommen. 

Uber hat hier wieder einmal eine Innovation hervorgebracht. Das Unternehmen veröffentlichte kürzlich mit „Code on the Road“ ein Spiel, bei dem Mitfahrende via App verschiedene Programmier- und Debugging-Aufgaben gestellt bekommen. Lösen die Kandidaten innerhalb von 60 Sekunden drei Aufgaben, dürfen sie am Ende ein Bewerbungsformular ausfüllen. Der potenzielle neue Job ist ein Teil des Preises, das Spiel an sich ein weiterer. Einsatzgebiet des Spiels: Städte mit vielen Einwohnern, die im Tech-Sektor arbeiten. Also definitiv ein guter Weg, um passende Bewerber anzusprechen.

Gamification hat bei Uber fast schon Tradition. Letztes Jahr gab es schon das Spiel „UberDrive“. Spieler konnten Fahrgäste in einer virtuellen Stadt „chauffieren“ und Personen mit einem Highscore wurden danach von Uber gefragt, ob sie tatsächlich als Fahrer in dem Unternehmen anfangen wollen.

Im Personalwesen ist Gamification allerdings nichts Neues. Schon seit einigen Jahren bringt die App Knack Personen und Stellenangebote zusammen. Während die Kandidaten ein Spiel spielen, analysieren Algorithmen anhand von ihren Entscheidungen deren Eigenschaften. Laut dem Wall Street Journal nutzen derzeit mehr als 200 Unternehmen Knack.

Schmeißt Gamification bei der Talentsuche nun alles über den Haufen? Natürlich nicht. Aber neue Methoden wirken sich positiv aus. Nicht immer ist die Person, die im Vorstellungsgespräch am besten abschneidet, der richtige Kandidat für eine Position. Lebensläufe spiegeln nur einen Teil der Persönlichkeit wider. Kurzum: der übliche Weg via Stellenausschreibung zieht nicht unbedingt die meisten und talentiertesten Mitarbeiter an - eventuell sind auch die von subjektiven Einschätzungen geführten Bewerbungsgespräche nicht die Besten.

 Wer das Recruiting-Dilemma lösen will, muss neue Wege gehen. 

Per Gamification lassen sich am besten technisch anspruchsvolle Positionen besetzen. Die IT-Branche leidet immens unter dem Fachkräftemangel – ohne erfolgreiche Talentsuche werden digitale Unternehmen scheitern. Aber Anwendungen wie Knack zeigen, dass das ‚spielerische‘ Recruiting auch außerhalb der IT-Branche sinnvoll ist. Bisher setzen nur Pioniere Gamification im Personalwesen ein. Vieles ist noch Experiment und Spielerei. Aber das wird sich sicherlich bald ändern.

Immer das Gleiche zu tun, ist sicher nicht der Weg das aktuelle Recruiting-Dilemma zu lösen. Um „neue Level“ zu „Knack-n“ muss man Neues ausprobieren. Nur wer dies wagt, hat die Chance auf den „Highscore“.


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