Flexibilität und Engagement

Gig Economy

Jeder möchte seiner Karriere Schmied sein

Joachim Skura,
HCM Thought Leader, @JoachimSkura


Viele Talente sehnen sich nach „gelebter Verantwortlichkeit“ in Projekten und nach weniger starren Zuordnungen im Unternehmen. Diese müssen reagieren, um Mitarbeiter zu halten.

Arbeitnehmer wechseln immer häufiger ihren Job? Und wollen mehr Abwechslung im schnöden Arbeitsalltag? Hinter beide Thesen würde ich ein Fragezeichen setzen, aber nicht hinter die These, dass Arbeitnehmer – egal ob Berufsanfänger oder Profis – sich neue, spannende und fordernde Projekte wünschen. Sie wollen Teil eines größeren Ganzen sein und ihre Beiträge leisten. Gute Leute möchten sich nicht täglich zum „Büroschlaf“ von 9 bis 17 Uhr einfinden. In den USA ist sogar eine regelrechte Welle der Selbstständigkeit ausgebrochen. Dort arbeitet jede dritte Arbeitskraft und damit fast 55 Millionen Menschen auf selbständiger Basis.

Joachim Skura

Joachim Skura, HCM Thought Leader

Was bedeutet das für Unternehmen? Wie können sie diesen Umstand für sich nutzen? Eine Patentlösung dafür gibt es (noch) nicht, aber es wird viel experimentiert. Die Wirtschaftsprüfer von PwC beispielsweise haben vor kurzem eine Online-Plattform gestartet, auf der sie Freiberufler projektbezogen rekrutieren können. So schlägt das Unternehmen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Es erfüllt den Wunsch der Arbeitnehmer nach maßgeschneiderten Aufgaben, während das Unternehmen die richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit gewinnt.

Das Ideal einer Anstellung auf Lebenszeit ist schon seit Jahren passé. Wird die projektbezogene Karriere vielleicht bald schon die neue Norm sein? Gelingt es Unternehmen Plattformen zu schaffen, die auch noch den Faktoren Stabilität und Sicherheit gerecht werden, dann kann sich hier ein starkes Momentum entfalten. Das alles spielt sich nicht nur im hochprofessionalisierten Milieu ab. Selbst in handfesten Branchen wie dem Einzelhandel arbeiten Menschen zunehmend für mehrere Auftraggeber.

 Der moderne Arbeitnehmer möchte flexibel und projektbezogen arbeiten und somit ein Teil von etwas Signifikantem sein. 


Den Wunsch nach Abwechslung und qualitativer Einbindung sollten Unternehmen ernst nehmen. Auch festangestellte Mitarbeiter wären lieber ihren Fähigkeiten entsprechend beschäftigt.

Unsere Oracle Simply-Talent-Studie zeigt: 34 Prozent der befragten Angestellten arbeiten motivierter, wenn Projekte spannend sind und zu ihren Fähigkeiten passen. Auch auf Seiten der Arbeitgeber sind 43 Prozent überzeugt, dass dies entscheidend zur Motivation der Mitarbeiter beiträgt.

Natürlich wird es immer Zeiten geben, in denen Unternehmen besser auf externe Arbeitskräfte zurückgreifen. Dennoch sollten diese zunächst intern nach Talenten und Fähigkeiten Ausschau halten. Genügend qualifizierte Mitarbeiter warten darauf, ihr Können unter Beweis zu stellen. Außerdem möchten viele Angestellte etwas dazulernen. Was also tun? Es ist wahrlich kein Hexenwerk, mit Schulungen und Weiterbildungen das benötigte Know-how selbst aufzubauen. Dennoch müssen wir aber fluider denken und Arbeit weniger statisch organisieren.

Menschen ändern sich und wollen ab und zu etwas ganz anderes – auch im Job. Unternehmen müssen akzeptieren, dass ihre Mitarbeiter andere Karrierewege einschlagen möchten. Sage und schreibe 47 Prozent der Angestellten wünschen sich vergeblich, in eine andere Position im eigenen Unternehmen zu wechseln. Unglaublich, wie viel Potenzial Unternehmen da verschenken. Wie gesagt: Wenn sich Mitarbeiter mit ihren Aufgaben identifizieren können, dann starten sie auch motivierter durch!

 Unternehmen sollten den Wunsch nach Abwechslung und qualitativer Einbindung ihrer Mitarbeiter ernst nehmen. 


Wer, wenn nicht HR, kann die Fähigkeiten der Mitarbeiter und die Bedürfnisse des Unternehmens zusammenbringen? Dort bündeln sich die gesamten Erkenntnisse zu den Mitarbeitern – immer vorausgesetzt, sie werden zuverlässig gesammelt und dokumentiert. Aber auch die Vorgesetzten müssen dafür etwas tun. Sie sollten regelmäßig und offen mit ihren Mitarbeitern über Kompetenzen und Karriereziele sprechen.

Der moderne Arbeitnehmer möchte flexibel und projektbezogen arbeiten und somit ein Teil von etwas Signifikantem sein. „Dienst (nur) nach Vorschrift“ war gestern. Unternehmen sollten diesen Trend für sich adaptieren. Nur so bleiben sie attraktiv und können Talente langfristig ans Unternehmen binden.

Mitarbeitermotivation passiert heute nicht mehr allein über finanzielle Anreize. Angestellte erwarten, dass sie den Schmiedehammer für ihre Karriere in die eigene Hand nehmen können. Dafür müssen Unternehmen natürlich flexibel sein und Prozesse sowie Systeme grundlegend umwälzen – sozusagen Amboss und Eisen zum Hammer dazu liefern. Die Anstrengungen werden sich auszahlen!

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