HR muss motivieren

Human Capital Management

Job-Hopping ist kein GenY-Phänomen und schon gar nicht Schicksal

Joachim Skura,
HCM Thought Leader, @JoachimSkura


Jobwechsel sind kein unveränderliches Schicksal – Personalabteilungen sind ihres Glückes Schmied. Sie benötigen nur die richtigen Werkzeuge.

„Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ – diese Frage ist in Bewerbungsgesprächen oder Mitarbeiterbeurteilungen besonders beliebt. Manche von uns kommen da ins Stottern, aber viele Arbeitnehmer sind sich sicher: „In einem anderen Unternehmen!“

Joachim Skura

Joachim Skura, HCM Thought Leader

Zu weit hergeholt? Mitnichten: So behauptet in der Deloitte-Studie „Millennial Survey 2016“ fast die Hälfte der Teilnehmer, dass sie ihren Job innerhalb der nächsten zwei Jahre kündigen werden. Stolze zwei Drittel meinen, dass sie spätestens 2020 woanders arbeiten werden. Dass man mit lebenslanger Statik bei der gleichen Firma heutzutage nicht mehr weit kommt, dürfte allgemein bekannt sein. Aber diese extremen Werte überraschen einen dann doch. Liegt das wirklich nur an der mangelnden Loyalität der Millennials? Dann wären die Unternehmen ja fein raus und könnten sich bequem zurücklehnen.

Ich behaupte dagegen: Engagement der Mitarbeiter ist des Pudels Kern, unabhängig vom Alter oder irgendwelchen Generations-Kunstbegriffen. Unternehmen motivieren ihre Mitarbeiter zu wenig und das lässt diese davonlaufen.

 Unternehmen motivieren ihre Mitarbeiter zu wenig und das lässt diese davonlaufen. 


Zuletzt wurde zwar viel über Motivation und Mitarbeiterbindung gesprochen, aber der Diskurs blieb oft nur an der Oberfläche. Viel wichtiger ist es zu hinterfragen, was Angestellte wirklich antreibt und welchen Mehrwert Unternehmen davon haben. Der Handlungsbedarf ist groß: Laut der Oracle-Studie „Simply Talent: a Western European Perspective“ fühlt sich gerade einmal jeder vierte Deutsche am Arbeitsplatz motiviert. Im Umkehrschluss heißt das: 75 Prozent haben keine Lust auf ihren momentanen Job.

Für Personalabteilungen scheint Mitarbeitermotivation ein eher schwammiger Ansatz zu sein – wohl Grund genug, ihn zu vernachlässigen. Für Angestellte hingegen wirkt sich Motivation wesentlich auf ihre Zufriedenheit im Job und ihre Produktivität im Gesamten aus. So meinen 61 Prozent der befragten Arbeitnehmer, dass sie freiwillig mehr leisten, wenn die Motivation stimmt. Zudem sinkt das Risiko, dass sie sich nach einem anderen Job umsehen.

Unternehmen, aufgewacht! Es liegt an Euch, Eure Talente an Euch zu binden. Die gute Nachricht: Mitarbeitermotivation ist kein Hexenwerk. Man muss nur herausfinden, was Mitarbeiter antreibt: Spricht man mit jungen Arbeitnehmern, zeigt sich, dass diese Anerkennung für ihre Leistung und Beiträge haben wollen. Nicht überraschend ist auch, dass sie an Projekten mitarbeiten wollen, für die sie sich persönlich begeistern – Projekte, die ihre Fähigkeiten und Interessen fordern und fördern.

 Mitarbeitermotivation ist kein Hexenwerk. Man muss nur herausfinden, was Mitarbeiter antreibt. 


Wohl gemerkt: Hierbei geht es nicht um die neueste Mode an HR-Konzepten, sondern um knallharte Geschäftsinteressen. Mitarbeiter sind Teil eines Business Case, eines großen Projektes, und sie wollen das auch sein. HR sitzt als Schnittstelle mittendrin. Sie muss von den Interessen aller Beteiligten etwas verstehen und darf sich nicht auf den „HR Business Partner“-Thesen des HR-Managementexperten Dave Ulrich ausruhen.

Damit Unternehmen die Erwartungen der Mitarbeiter erfüllen können, muss jemand die Verantwortung für dieses Thema übernehmen und die Initiative ergreifen. Während sich Mitarbeiter am meisten von ihren direkten Vorgesetzten und Kollegen angetrieben fühlen, haben viele Unternehmen schlichtweg keine Ahnung davon, wer am besten das Engagement der Mitarbeiter fördern kann.

 Personaler können mithilfe spezieller Analyse-Tools erkennen, was Mitarbeiter antreibt, wofür sie brennen und was ihre Zufriedenheit beeinflusst. 


Meine Ansicht dazu ist bekannt – und ich wiederhole sie gerne wieder: Das ist Aufgabe der Personalabteilung! Sie ist der geeignete Ort im Unternehmen, um motivationsfördernde Maßnahmen effizient umzusetzen. Personaler können mithilfe spezieller Analyse-Tools erkennen, was Mitarbeiter antreibt, wofür sie brennen und was ihre Zufriedenheit beeinflusst. Mit diesem Wissen kann die Personalabteilung gegenüber dem Management zum Verfechter eines strategischeren Motivation- und Engagement-Ansatzes werden.

Die angeblich gute Zeit, in der Mitarbeiter ihr Leben lang einem einzigen Arbeitgeber treu blieben, wird auch dieser Ansatz nicht mehr zurückholen können. Aber wer wagt, der gewinnt: Unternehmen, die ihre Angestellten motivieren und sie anspornen, haben es in Zeiten des Fachkräftemangels leichter. Ihnen bleiben die jungen und talentierten Mitarbeiter erhalten – und das ohne Gebete, sondern durch eigenes Handeln.


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