Human Capital Management

Doppeltes Qualifikationsdefizit meistern

Talent ist keine Frage
des Alters

Joachim Skura,
HCM Thought Leader, @JoachimSkura


Der Wert erfahrener Mitarbeiter sollte nicht unterschätzt werden. Effizienzsteigerung durch Vorruhestandsregelungen reichen alleine nicht.

Andy Campbell

Joachim Skura, HCM Thought Leader

Aktuelle Schlagzeilen suggerieren uns, dass es für junge Menschen nicht genügend Jobs gibt. Laut einem aktuellen Bericht der Vereinten Nationen soll die weltweite Jugendarbeitslosigkeit in diesem Jahr auf 71 Millionen ansteigen. Es gibt Statistiken, die in manchen europäischen Ländern, wie Spanien und Italien, mehr als 35 Prozent der 15- bis 24-Jährigen benennen, die erfolglos auf Arbeitssuche sind.

Die vierte industrielle Revolution hat die Arbeitsweise in Unternehmen verändert. Sie haben sich für neue Technologien wie Automatisierung und Datenanalyse geöffnet, um erfolgreich zu bleiben. Jetzt brauchen sie Mitarbeiter, die in der Lage sind, diese Technologien optimal zu nutzen. Ergo, wir brauchen flächendeckend andere Skills für die „Digital Economy“. Aber welche? Neben den offensichtlichen?

 HR-Manager stehen vor der Herausforderung, stärker wie Marketingfachleute zu denken, um den Kampf um die besten Talente zu gewinnen.  

Hier tut sich eine zweite Komponente auf, die sich in unsicheren Zeiten bewährt: Erfahrung! Und zwar in puncto Leben als auch mehr oder meist minder erfolgreichen Organisationskonzepten. Die Antwort auf die digitale Veränderung kann also nicht sein „Werft die Alten raus und setzt Digital Kids“ ein. Das halte ich für zu kurz gesprungen!

Zudem ist das eine fürchterliche Message für den Markt! Wehe Dir Du wirst erfahren, dann bist Du weg! Das kann nicht sein. Das Recruiting hat sich zu einem harten Wettbewerb entwickelt. HR-Manager müssen heute mehr wie Marketingfachleute denken, wenn sie den Kampf um fähige Mitarbeiter gewinnen wollen. Junge qualifizierte Menschen informieren sich bei der Jobsuche mit Arbeitgeber-Rankings oder besuchen Online-Plattformen wie Glassdoor.

 HR muss im Unternehmen dabei helfen, eine überzeugende Arbeitgebermarke zu schaffen, um das Interesse potenziellen Mitarbeiter zu wecken.  

Das eigene Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren und ein überzeugendes Image aufzubauen, wird daher immer wichtiger, und geht Hand in Hand mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell und Management-Stil.

Jung lernt von Alt und Alt von Jung

Es geht jedoch nicht darum, HR-seitig dem „Jugendlichkeitswahn“ anheim zu fallen, sondern den Know-how-Transfer zwischen den Generationen sicherzustellen. Am anderen Ende der Altersskala entsteht – mit einer 10-jährigen Vorlaufzeit – eine tickende Zeitbombe. Hochqualifizierte Babyboomer erreichen das Rentenalter. Wenn sie ausscheiden, geht wertvolles Know-how und Lebenserfahrung in der Belegschaft verloren.

Deshalb müssen Personaler sicherstellen, dass ältere Mitarbeiter ihr Wissen und Know-how weitergeben. Junge Mitarbeiter müssen die Kompetenzen entwickeln, die für die Zukunft des Unternehmens erforderlich sind. In der Vergangenheit haben Unternehmen mit jedem Mitarbeiter, der sich in den Ruhestand verabschiedet hat, schlicht Wissen verloren.

 Das eigene Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren und ein überzeugendes Image aufzubauen, wird daher immer wichtiger, und geht Hand in Hand mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell und Management-Stil. Das schließt auch den Wissens-Transfer zwischen Alt und Jung mit ein.  

Heute lässt sich hier gegensteuern. Mithilfe von modernen Technologien, können Mitarbeiter leichter in generationsübergreifenden Teams arbeiten und voneinander lernen.

Altersübergreifende Teams sind von größter Bedeutung und werden von jungen Mitarbeitern sogar sehr geschätzt. Eine Umfrage von McDonald’s hat ergeben, dass junge Mitarbeiter, die mit Menschen unterschiedlichen Alters zusammenarbeiten, um 10 Prozent zufriedener sind als andere, die nur mit Kollegen aus ihrer eigenen Altersstufe zu tun haben. Auf der anderen Seite verfügen jüngere, technisch versierte Mitarbeiter über Fähigkeiten, die sie an ältere Team-Mitglieder weitergeben können, insbesondere in puncto Social Media etc…

In dieser Hinsicht müssen HR-Teams die alten Zöpfe abschneiden, und nicht nur ständig (Vor-) Ruhestandsregelungen predigen. Gerade deshalb ist ihre Rolle heute so dynamisch wie nie zuvor. Sie müssen Unternehmen dabei helfen, das drohende Qualifikationsdefizit zu meistern, das an beiden Enden der Altersskala droht. So können sie auch in Zukunft unter Beweis stellen, wie wichtig gutes Talentmanagement für moderne Unternehmen ist.


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