Alan Zeichick | Senior Writer | 5. September 2025
Kubernetes ist eine Open-Source-Plattform zur Verwaltung sehr großer Anwendungen, die aus einer Vielzahl containerisierter Services bestehen. Entwickelt wurde sie 2014 von Google-Ingenieuren und kurz darauf als Open-Source-Projekt veröffentlicht. Heute bildet Kubernetes ein lebendiges Ökosystem, das von nahezu allen Cloud-Anbietern unterstützt wird. Sie können damit Cloud-native Anwendungen auf Basis von Microservices ebenso verwalten wie traditionelle Anwendungen, die On-Premises oder in der Cloud betrieben werden.
Ein wesentlicher Vorteil von Kubernetes ist die Automatisierung – sie reduziert den Betriebsaufwand für Anwendungen in komplexen Umgebungen erheblich.
Kubernetes ist ein Open-Source-System für die Bereitstellung, Verwaltung und Skalierung containerisierter Anwendungen, insbesondere Cloud-nativer Lösungen auf Microservice-Basis. Manchmal als K8s abgekürzt, ermöglicht Kubernetes das Clustern von Containern, um deren Verwaltung zu vereinfachen.
Was macht Kubernetes? Zu Beginn stellt Kubernetes Container bereit, die entweder eine vollständige Anwendung oder einen Teil davon enthalten – häufig als Service bezeichnet. Diese Container werden auf Servern ausgeführt, die sich in der Cloud, On-Premises, in mehreren Clouds in einer Multicloud-Konfiguration oder in einer hybriden Cloud-/On-Premises-Umgebung befinden können.
Sobald die Container laufen, übernimmt Kubernetes das Service-Discovery, sodass Anwendungen oder Services die benötigten Funktionen in anderen Containern automatisch finden. Der Datenverkehr wird gezielt an die richtigen Ressourcen geleitet. Werden mehrere Instanzen einer containerisierten Anwendung oder eines Services betrieben, wie z. B. um hohe Lasten zu bewältigen, übernimmt Kubernetes automatisch das Lastenausgleichsmanagement.
Ein wesentlicher Vorteil von Kubernetes besteht darin, Container so zu gruppieren, wie es für das jeweilige Deployment sinnvoll ist. So kann Kubernetes beispielsweise mehrere Container, die denselben Speicher und dasselbe Netzwerk nutzen, zu einem Pod zusammenfassen – ein Begriff, dem Sie häufig begegnen werden. Ebenso begegnen Sie dem Begriff Knoten (Node): Das sind einzelne Maschinen, physische Server oder virtuelle Maschinen, die Container ausführen. Eine Sammlung von Knoten (Nodes), auf denen Kubernetes läuft – also ein Verbund physischer oder virtueller Rechner – wird als Cluster bezeichnet.
Für jeden Container, jeden Pod, jeden Knoten und jedes Cluster verwaltet Kubernetes Speicherressourcen, erkennt fehlerhafte Container und startet sie automatisch neu – ein Vorgang, der als „Healing“ bezeichnet wird. Darüber hinaus setzt Kubernetes Sicherheitsrichtlinien über die gesamte verteilte Anwendung hinweg durch. Kubernetes kann so konfiguriert werden, dass Passwörter, Sicherheitstoken und Verschlüsselungsschlüssel verwaltet werden – ein wichtiger Schritt, um geschäftskritische Assets zu schützen.
Die Weiterentwicklung der Plattform wird von der Cloud Native Computing Foundation (CNCF) gesteuert.
Container ersetzen häufig ein anderes Bereitstellungsmodell in der Cloud: virtuelle Maschinen (VMs). Container sind deutlich ressourcenschonender, da sie das zugrunde liegende Betriebssystem und die Gerätetreiber des Host-Servers mitnutzen. VMs hingegen sind größer und benötigen mehr Rechenleistung, weil jede VM ein eigenes Betriebssystem enthält. Dadurch kann ein Server mehr Container als VMs ausführen und vor allem mehr Prozessor- und Speicherressourcen für Anwendungen bereitstellen, statt viele Betriebssysteminstanzen parallel zu betreiben. Auch wenn es spezielle Einsatzszenarien gibt, in denen VMs erforderlich sind, bieten Container für die meisten Cloud-Anwendungen ein wesentlich effizienteres Betriebsmodell.
Obwohl Kubernetes und Container miteinander verbunden sind, sollten sie als komplementäre Technologien betrachtet werden. Kubernetes ist eine Managementplattform für Container, die häufig für umfangreiche Bereitstellungen mit Hunderten oder sogar Tausenden von Containern eingesetzt wird. Container bündeln sämtlichen Code und alle Abhängigkeiten für eine Funktion – ob Microservice oder vollständige Anwendung – in einem einzigen ausführbaren Paket.
Kubernetes ist ein Tool zur gleichzeitigen Verwaltung vieler Container – in der Regel in der Cloud. Oft als „Betriebssystem der Cloud“ bezeichnet, ermöglicht Kubernetes Unternehmen die Verwaltung von Containern im großen Maßstab.
Wichtige Erkenntnisse
Kubernetes ist eine Plattform, die die Bereitstellung, Skalierung und Verwaltung von Containern automatisiert. Zudem verfügt Kubernetes über Healing-Funktionen – es erkennt fehlerhafte Container und setzt sie automatisch wieder instand. Im Kern geht es bei Kubernetes um Orchestrierung: Wie ein Dirigent, der ein Orchester leitet, weiß Kubernetes genau, welche Schritte notwendig sind, hält alle Container im Gleichgewicht und funktionsfähig und greift ein, sobald etwas aus dem Takt gerät.
Und so wie ein Dirigent eine Partitur nutzt, die festlegt, wann Klavier, Violinen, Celli oder das Blech einsetzen, arbeitet auch Kubernetes mit einem Dokument, das den gewünschten Zustand der Container einer Anwendung beschreibt. Dieses Dokument – die Konfigurationsdatei – definiert die Funktionen, die für den Betrieb der Anwendung erforderlich sind, und legt fest, welche Container diese bereitstellen. Die Konfigurationsdatei enthält außerdem eine Übersicht über die verfügbaren Server, Speichergeräte, Netzwerke und weiteren physischen Ressourcen für die Container der Anwendung.
Wenn eine Anwendung gestartet wird, lädt Kubernetes die benötigten Container gemäß der Konfigurationsdatei auf die verfügbaren Server und führt anschließend die Software in diesen Containern aus. Dabei überwacht Kubernetes kontinuierlich die Ressourcenauslastung jedes Servers (Knoten), um Überlastungen zu vermeiden. Tritt eine Überlastung auf, verschiebt Kubernetes Container auf weniger ausgelastete Server, indem es neue Container startet und die alten beendet. Wird ein einzelner Container überlastet, erstellt Kubernetes eine identische Instanz auf einem anderen Server und richtet automatisch ein Load Balancing ein, das die Last gleichmäßig verteilt. Steigt die Nachfrage weiter an, startet Kubernetes einen dritten Container – und bei Bedarf weitere. Sinkt die Auslastung später, fährt Kubernetes nicht benötigte Container herunter, um Kosten zu senken und Serverressourcen für andere Aufgaben freizugeben.
Wenn ein Container ausfällt, startet Kubernetes schnell einen neuen Container auf einem anderen Server und leitet den Netzwerkverkehr vom Problembereich weg – so ist ein schneller Failover sichergestellt.
Stellen Sie sich eine Anwendung vor, die Hunderte oder Tausende von Containern benötigt, von denen jeder einen bestimmten Service bereitstellt. Administratoren könnten diese Container manuell bereitstellen und verwalten – unterstützt durch Automatisierungstools für einzelne Aufgaben wie Load-Balancing oder Fehlererkennung. Für kleinere Deployments gibt es tatsächlich Tools zur Containerverwaltung. Diese werden vor allem von Softwareentwicklern und DevOps-Teams beim Erstellen und Testen containerisierter Anwendungen genutzt.
Doch ohne ein umfassendes Orchestrierungssystem werden die Anforderungen an das Systemmanagement bei wachsender Komplexität schnell unbeherrschbar.
Der große Vorteil von Kubernetes liegt darin, dass eine einzige Plattform sämtliche Automatisierungsaufgaben übernimmt – von der Bereitstellung über die Skalierung bis hin zur Fehlerbehebung. Darüber hinaus ist Kubernetes Open Source und wird von allen großen Cloud-Anbietern umfassend unterstützt. Kurz gesagt: Kubernetes ist allgegenwärtig. Dadurch ist es das bevorzugte System zur Verwaltung großer, containerisierter Unternehmensanwendungen.
Wenn ein Unternehmen sich entscheidet, seine Anwendungen zu containerisieren, ist der Einsatz von Kubernetes zur Orchestrierung dieser Container eine logische Konsequenz – vor allem wegen der vielfältigen Vorteile.
Die Google-Ingenieure, die Kubernetes entwickelt haben, wählten den Namen aufgrund des altgriechischen Wortes für Steuermann oder Lotse – die Person, die ein Schiff navigiert. Passend dazu steuert Kubernetes eine ganze „Flotte“ von Containern. Und wie bei einem echten Containerschiff arbeiten viele Komponenten zusammen, um die „Datenfracht“ zuverlässig ans Ziel zu bringen. Diese Begriffe begegnen Ihnen besonders häufig im Zusammenhang mit Containern und der Kubernetes-Orchestrierungsplattform.
Kubernetes ist weit mehr als eine Plattform zur Containerverwaltung – es ist ein leistungsstarkes Orchestrierungstool, das den gesamten Anwendungslebenszyklus von der Entwicklung über das Deployment bis hin zum Produktivbetrieb automatisiert und vereinfacht. Mit seinem umfassenden Funktionsumfang unterstützt es die effiziente Steuerung komplexer, verteilter Anwendungen. Hier sind einige zentrale Funktionen von Kubernetes:
Obwohl Kubernetes über viele Jahre hinweg ausgereift wurde, ist der Einstieg anspruchsvoll. Dennoch lohnt es sich, Kubernetes zu erlernen – andere Methoden zur Verwaltung großer, verteilter Anwendungen sind langfristig deutlich weniger effizient. Gleichzeitig gilt es einige Herausforderungen zu beachten:
Unternehmen setzen Kubernetes für unterschiedlichste Anwendungen ein – in E-Commerce, Fertigung, Forschung, Finanzwesen, Versorgungswirtschaft und vielen weiteren Branchen. Große, verteilte Anwendungen, die Container nutzen, profitieren besonders von der Orchestrierung und Automatisierung durch Kubernetes. Hier einige typische Einsatzszenarien, in denen Kubernetes seine Stärken besonders ausspielt.
Die Schnittstelle zwischen Kubernetes und KI kann für Unternehmen äußerst wirkungsvoll sein, da Kubernetes eine zentrale Rolle bei der Verwaltung und Orchestrierung von KI-Workloads in der Cloud übernimmt. Insbesondere bietet Kubernetes eine robuste und flexible Plattform für das Training und die Bereitstellung von KI-Modellen – mit mehreren entscheidenden Vorteilen:
Die breite Einführung von Kubernetes im vergangenen Jahrzehnt hat ein lebendiges Ökosystem aus Tools, Services und unterstützenden Technologien hervorgebracht. Dieses Ökosystem erweitert die Fähigkeiten von Kubernetes erheblich und bietet Unternehmen zahlreiche Optionen, ihre Infrastruktur und Entwicklungsprozesse individuell zu gestalten. Zu den wichtigsten Kategorien gehören:
Eine Betrachtung des Kubernetes-Ökosystems wäre nicht vollständig ohne den Hinweis auf KubeCon, die jährliche Konferenz für Kubernetes-Entwickler und -Anwender, ausgerichtet von der Cloud Native Computing Foundation (CNCF). Seit der ersten KubeCon im Jahr 2015 mit 500 Teilnehmern ist die Veranstaltung erheblich gewachsen. 2024 zog die Konferenz in Salt Lake City mehr als 9.000 Entwickler an.
Best Practices für Kubernetes könnten problemlos ein ganzes Buch füllen – und tatsächlich gibt es bereits viele dazu. Eines steht fest: Kubernetes ist komplex. Doch mit den richtigen Vorgehensweisen können Unternehmen das volle Potenzial dieser Plattform erfolgreich ausschöpfen.
OCI Kubernetes Engine (OKE) ist ein von Oracle verwalteter Container-Orchestrierungsservice, der Zeit und Kosten bei der Entwicklung Cloud-nativer Anwendungen senken kann. OKE vereinfacht den Betrieb von Kubernetes in Unternehmensumgebungen erheblich und ermöglicht die einfache Bereitstellung und Verwaltung ressourcenintensiver Workloads – wie z. B. KI – mit automatischem Skalieren, Patchen und Aktualisieren. OKE bietet:
Die Fähigkeit der Kubernetes-Plattform, Anwendungsbereitstellung und -verwaltung zu orchestrieren und zu automatisieren, hat den Betrieb von Anwendungen in der Cloud-nativen Ära grundlegend verändert. Und mit der fortlaufenden Weiterentwicklung von Kubernetes gewinnt diese Technologie weiter an Bedeutung. Unternehmen, die Kubernetes frühzeitig nutzen, können sich einen deutlichen Wettbewerbsvorteil sichern. Daher ist es für Entwickler ebenso wie für Führungskräfte entscheidend, diese Technologie zu verstehen.
Kubernetes ist zentral für die Cloud-native Entwicklung – und damit entscheidend für resiliente, skalierbare und agile Anwendungen, ganz gleich ob sie in der Cloud, On-Premises oder in hybriden bzw. Multicloud-Umgebungen betrieben werden.
Warum ist Kubernetes ein zentraler Bestandteil der Cloud-Strategie von Unternehmen?
Kubernetes ist entscheidend, weil Unternehmen darüber ihre verteilten Anwendungen bereitstellen, skalieren und verwalten – insbesondere in der Cloud. Die Automatisierung durch Kubernetes erhöht die Zuverlässigkeit von Anwendungen und sorgt gleichzeitig für eine optimale Ressourcennutzung, was die Kosten senkt.
Welche Schlüsselfaktoren sollten Unternehmen bei der Einführung von Kubernetes im großen Maßstab berücksichtigen?
Zwei Aspekte stehen im Vordergrund. Erstens die organisatorische Bereitschaft: Sind Ihre Entwickler und Ingenieurteams auf dieses Modell der Anwendungsentwicklung und -bereitstellung vorbereitet? Zweitens der technische Ansatz: Verfügen Sie über eine passende Architektur, um Kubernetes und Container sicher, stabil und in Einklang mit Governance-Anforderungen zu implementieren?
Was sind die wichtigsten Kostenfaktoren beim Einsatz von Kubernetes im großen Maßstab?
Kubernetes kann Kosten reduzieren, indem Cloud-Ressourcen optimal genutzt und nicht benötigte Server- und Speicherressourcen automatisch freigegeben werden. Allerdings fallen Kosten für Schulungen, geeignete Tools sowie die Optimierung von Netzwerk- und Anwendungsarchitekturen an, um das volle Potenzial der Plattform auszuschöpfen.
Wie können Unternehmen einen reibungslosen Übergang von traditioneller Infrastruktur zu Kubernetes sicherstellen?
Es ist ein großer Wandel! Beginnen Sie am besten damit, Kubernetes für eine kleinere Anwendung einzusetzen, die bereits in einem oder wenigen Containern läuft. Nutzen Sie idealerweise einen cloudbasierten Kubernetes-Service, der die Datenebene für Sie verwaltet, statt alle Komponenten selbst aufsetzen und betreiben zu müssen. Experimentieren Sie mit Upgrades, Rollbacks, Monitoring, geplanten Fehlerszenarien und weiteren Funktionen. So kann Ihr Team die nötige Erfahrung sammeln, um größere Projekte anzugehen – wie z. B. die Umstellung von einer monolithischen Architektur auf eine Microservices-basierte Anwendung.