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Finden Sie Ihren KI-Archetyp: Ein Fahrplan zur erfolgreichen Umsetzung von KI-Projekten

Neil Sholay, VP of AI bei Oracle

München—30. Oktober 2025

Kaum ein Thema beschäftigt Unternehmen so sehr wie Künstliche Intelligenz – und die Frage, wie sie eingesetzt wird. ChatGPT, Claude oder Ihre bevorzugte Suchmaschine können dazu diverse Zusammenfassungen liefern. Mein Team und ich wollten jedoch tiefer einsteigen: Wir wollten zuhören und die Herausforderungen so gut verstehen, dass wir gezielte Empfehlungen für die nächsten Schritte geben können.

Um uns der Sache anzunähern, haben wir mehr als 200 Workshops mit Unternehmen in Europa und dem Nahen Osten durchgeführt. Diese Meetings gaben uns eine einzigartige Perspektive auf die internen Dynamiken und die verschiedenen Ansätze zur Integration von KI. Wenig überraschend zeigen die Ergebnisse eine klar definiertes, dichotomes Bild: Es gibt Unternehmen, die noch am Anfang stehen, und solche, die bereits Fortschritte gemacht haben. Bemerkenswert war, dass selbst die Spitzenreiter ihr volles Potenzial noch nicht ausgeschöpft hatten. Die Wirkung von KI blieb selbst bei erfahrenen Anwendern uneinheitlich.

Unsere Gespräche zeigten, dass zwei Merkmale entscheidend sind: die Ambition der Organisation und die Qualität ihrer Umsetzungsmethodik. Anhand dieser Kriterien haben wir vier Archetypen identifiziert.

Vier KI-Archetypen

Die „Schläfer“ zeigen wenig Ehrgeiz und setzen kaum etwas um. Ihre aufschiebende Haltung ist entweder Symptom einer „perfektionistischen“ Denkweise oder sie erkennen nicht das Potenzial der möglichen Vorteile. Dabei könnten sie mit wenig Aufwand deutliche Produktivitätsgewinne erzielen – oft sind KI-Funktionen bereits in ihren Systemen vorhanden, ohne dass sie davon wissen.

„Zauderer“ sind von KI begeistert, haben aber keinen klaren Plan für die Umsetzung. Sie schreiben umfangreiche Strategiepapiere, testen endlos Prototypen und schaffen es nicht, KI mit echten Geschäftsergebnissen zu verknüpfen.

„Macher“ setzen KI erfolgreich ein, meist jedoch isoliert. Sie nutzen Standardtools, aber es fehlt ihnen an einer übergreifenden Strategie und Vision, um ihre Aktivitäten zu beschleunigen.

An der Spitze stehen die „Maximierer“. Sie sind ehrgeizig und setzen KI konsequent um. Ihre Strategien bringen messbaren Nutzen. Doch auch sie müssen aktiv bleiben, um weitere Fortschritte zu erzielen und nicht selbstzufrieden zu werden.

Der Weg zu echter Umsetzung

Zu wissen, welcher Archetyp am besten zu Ihrer Organisation passt, ist ein wichtiger Schritt. Doch für echte Weiterentwicklung braucht es mehr als nur Bewusstsein – es braucht konkrete Maßnahmen.

Schläfer und Zauderer haben am meisten aufzuholen. Schon kleine Veränderungen können hier große Wirkung zeigen. Wichtig ist, klein anzufangen und Ergebnisse zu messen. Nicht jeder Schritt muss skaliert werden – nur die, die wirklich Wirkung zeigen.

Starten Sie mit gezielten, kleinen Projekten und verfolgen Sie die Ergebnisse. Konzentrieren Sie sich auf Bereiche wie Finanzen oder HR, in denen KI-Tools bereits verfügbar sind und schnell messbare Vorteile bringen. Lernen Sie aus den Erfahrungen und skalieren Sie erfolgreiche Ansätze auf andere Bereiche.

Ein gutes Beispiel ist die Wood Group, ein britisches Ingenieur- und Beratungsunternehmen. Dort dauerte es früher im Schnitt 45 Tage, eine offene Stelle zu besetzen. Durch die Aktivierung von KI-Funktionen im HR-System können sie nun Kandidaten in etwa 21 Tagen einstellen. Das war eine einfache, kostenfreie Maßnahme, die die Einstellungsdauer um 53 Prozent verkürzte.

Für Macher und Maximierer ist die Basis oft schon gelegt. Um die nächste Stufe der Produktivität zu erreichen, sollten sie sich auf ehrgeizigere KI-Projekte mit größerem Veränderungspotenzial konzentrieren. Wichtig ist, dabei eine Phase zu vermeiden, die wir das „Pilot-Fegefeuer“ nennen.

Dafür braucht es von Anfang an eine klare Roadmap, um erfolgreiche KI-Piloten in den Alltag zu bringen. Ein pragmatischer Umsetzungsplan ist zentral. Er sollte Experimente fördern und gleichzeitig einen kontinuierlichen Mehrwert für das ganze Unternehmen schaffen. Der Erfolg hängt von guter Planung ab – mit klaren Zeitplänen, Schulungen und Change-Management. Unsere Daten zeigen: Wenn KI in alltägliche Aufgaben integriert wird, kann ein Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitern seine Gesamtkosten um etwa vier Prozent senken.

Diese Modelle sind natürlich Rahmenwerke, keine festen Rezepte. Sie helfen Unternehmen, den Wert von KI zu erschließen. Erfolgreiche Anwender wissen genau, welchen Geschäftsnutzen sie erreichen wollen – und arbeiten gemeinsam mit ihren Kollegen daran.

Kontaktdaten

Oracle Deutschland

Harald Gessner - Head of Corporate Communications Europe North

Henric Abraham-Winter

Oracle Presseservice      
+49 211 882304611    

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