Was versteht man unter Anwendungsentwicklung?

Alan Zeichick | Content Strategist | 6. September 2024

Backend-Systeme für Lagerverwaltung, Personalwesen und Buchhaltung. Produktivitätsanwendungen zum Erstellen von E-Mails, Dokumenten und Tabellen. Kundenorientierte Software wie Ihre Website oder Mobile App. Spezialisierte Systeme für IT-Teams, Grafikdesigner, Projektmanager, Führungskräfte oder Lkw-Fahrer.

Sie sehen schon – ein modernes Unternehmen benötigt eine Menge Code, um reibungslos zu funktionieren.

Die meisten Anwendungen, auf die Ihr Unternehmen angewiesen ist, wurden vermutlich von Softwareanbietern entwickelt und lizenziert – oft im Software-as-a-Service-Modell. Denken Sie an Microsoft Office, Oracle NetSuite oder Adobe Photoshop. Andere wurden speziell nach Ihren Anforderungen entwickelt oder angepasst – entweder von internen Entwicklerteams oder externen Dienstleistern. Genau um diesen zweiten Fall geht es in diesem Artikel.

Was versteht man unter Anwendungsentwicklung?

Anwendungsentwicklung – oder kurz AppDev – ist der Prozess des Entwerfens, Erstellens, Testens und Bereitstellens von Software. Erfolgreiche Anwendungsentwicklung erfordert Fachkräfte mit unterschiedlichen Kompetenzen. Ein AppDev-Team kann aus Programmierern, Softwareingenieuren, Softwarearchitekten, UI-Designern, Testern, Qualitätssicherungsexperten und Projektmanagern bestehen.

Im Kern beginnt die Anwendungsentwicklung mit einem zu lösenden Problem oder einer zu nutzenden Chance. Da die Entwicklung, Bereitstellung und Wartung von Software stets Ressourcen erfordert, muss der erwartete Nutzen eines Anwendungsfalles mindestens den Aufwand rechtfertigen. Sobald der Anwendungsfall festgelegt ist, stellen Unternehmen die erforderlichen Ressourcen – Budget, Personal und Zeit – für das Entwicklungsprojekt bereit. Dieses folgt in der Regel einem von zwei Ansätzen:

Geplante Entwicklung: Die Anforderungen der gesamten Anwendung werden im Voraus definiert und von allen Stakeholdern genehmigt. Anschließend wird die Software entworfen, entwickelt, getestet und für Mitarbeiter oder Kunden bereitgestellt. Bei größeren Projekten kann dieser Prozess jedoch sehr langwierig sein und sich über Jahre hinziehen – währenddessen ändern sich oft die Anforderungen, und die Anwendung erfüllt nicht mehr vollständig die ursprünglichen Erwartungen.

Iterative Entwicklung: Eine vereinfachte Version der Software wird konzipiert, erstellt und getestet. Anschließend wird sie schrittweise verbessert – neue Funktionen und Erweiterungen werden in kurzen Zyklen hinzugefügt, oft innerhalb weniger Wochen. Die Bereitstellung erfolgt regelmäßig. Dieser Ansatz, häufig als „agil“ bezeichnet, ist flexibler und ermöglicht es, Geschäftsvorteile schneller zu realisieren und gleichzeitig auf sich ändernde Anforderungen zu reagieren.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die wichtigste Aufgabe von Anwendungsentwicklern besteht darin, Software zu erstellen, die den Anforderungen des Unternehmens entspricht.
  • Viele Enterprise-Projekte nutzen agile Methoden, die auf iterative Entwicklung, Benutzerfeedback und kontinuierliche Verbesserung setzen, um sich an verändernde Geschäftsanforderungen anzupassen.
  • Effektives Datenmanagement ist dabei unerlässlich – Anwendungen sollten über leistungsfähige Funktionen zur Datenspeicherung, -abfrage und -analyse verfügen.
  • Unternehmensanwendungen müssen sich nahtlos in bestehende Systeme, Datenbanken und Drittanbietertools integrieren.

Anwendungsentwicklung einfach erklärt

Anwendungsentwicklung ist weit mehr als reines Programmieren. Das Schreiben von Code in Sprachen wie Java, JavaScript, Python, Go, Rust oder SQL ist nur ein kleiner Teil des gesamten Prozesses. Teams müssen sicherstellen, dass die Anwendung den geschäftlichen Anforderungen des Unternehmens entspricht – sei es, den Umsatz mit einer modernisierten Website zu steigern, die Betriebseffizienz durch eine App mit Echtzeiteinblicken in Lagerbestände zu verbessern oder die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen, indem sie Gehaltsabrechnungen einsehen und Urlaubsanträge über ein Selfservice-Portal stellen können.

Ebenso wichtig sind die Designkriterien, darunter:

  • Anpassungsfähigkeit – die Fähigkeit, sich an veränderte Geschäftsbedingungen bzw. Weiterentwicklungen des Anwendungsfalles anzupassen.
  • Compliance – die Einhaltung interner und externer Anforderungen, wie z. B. zum Schutz der Kundendaten oder zur Nutzung und Verwaltung von Daten gemäß nationalen oder regionalen gesetzlichen Vorgaben.
  • Erweiterbarkeit – die Möglichkeit, neue Funktionen hinzuzufügen, ohne umfangreiche Neuentwicklungen oder Umgestaltungen vornehmen zu müssen.
  • Interoperabilität – damit die neue Anwendung Daten und Funktionen mit anderen Systemen austauschen kann.
  • Leistung – die Anwendung sollte schnell und effizient arbeiten.
  • Zuverlässigkeit – Daten dürfen weder beschädigt noch verloren gehen, und bei einem Systemausfall darf keine Arbeit verloren gehen.
  • Skalierbarkeit – die Anwendung sollte größere Workloads oder eine steigende Nutzerzahl bewältigen können, ohne an Stabilität oder Leistung zu verlieren.
  • Sicherheit – da Angreifer ständig versuchen, Schwachstellen im Code auszunutzen, muss der Schutz der Anwendung höchste Priorität haben.
  • Intuitives UX/UI-Design – eine benutzerfreundliche Oberfläche, die es ermöglicht, die Software ohne aufwendige Schulung effektiv zu nutzen.

Die Verantwortung für all diese Aspekte liegt in erster Linie bei der Anwendungsarchitektin bzw. dem Anwendungsarchitekten. Gleichzeitig müssen alle Mitglieder des Entwicklungsteams diese Anforderungen verstehen und berücksichtigen.

Warum ist die Anwendungsentwicklung wichtig?

Ohne Anwendungen könnten die meisten Unternehmen ihre täglichen Abläufe nicht aufrechterhalten. Für viele sind Anwendungen ein entscheidender Wettbewerbsfaktor – und die Fähigkeit, neue Software schnell zu beschaffen, anzupassen oder selbst zu entwickeln, ist ausschlaggebend, um sich an schnell wandelnde Märkte anzupassen.

In manchen Fällen kann ein Unternehmen Standardsoftware nutzen oder eine kommerzielle Anwendung erweitern, indem es deren Funktionen über APIs (Application Programming Interfaces) oder SDKs (Software Development Kits) anpasst. Doch manchmal gibt es keine verfügbare Lösung, die genau das leistet, was benötigt wird – oder die das spezifische Know-how bzw. geistige Eigentum eines Unternehmens abbilden kann. In solchen Fällen verschaffen sich Unternehmen, die eigene Anwendungen entwickeln können, einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Funktionsweise der Anwendungsentwicklung

Der Anwendungsentwicklungsprozess umfasst viele Schritte und Beteiligte – von Business-Stakeholdern und Projektinitiatoren, die das Vorhaben anstoßen und finanzieren, bis hin zu technischen Spezialisten, die die Software entwickeln. Zahlreiche Ideen – und mitunter auch unterschiedliche Prioritäten – müssen aufeinander abgestimmt werden, um Anwendungen zu schaffen, die sicher, funktionsfähig und geschäftlich wertvoll sind.

8 Phasen der App-Entwicklung

  1. Anforderungen erfassen und analysieren. Der Aufwand für die Anforderungserhebung richtet sich in der Regel nach dem Umfang der Anwendung. Dieser Prozess umfasst das Verständnis des Problemfelds – also der zu nutzenden Chancen oder der zu lösenden Herausforderungen. Die Anforderungen können einen oder mehrere Anwendungsfälle enthalten, die festlegen, was die Anwendung leisten soll und wer sie nutzen wird.
  2. Projektplanung. Das Anforderungsdokument dient als Grundlage für den Projektplan, der Budget, Zeitrahmen, eingesetzte Methodik sowie die benötigten Ressourcen und Kompetenzen des Entwicklungsteams definiert. Es beschreibt außerdem die erforderlichen Entwicklungsplattformen und -tools sowie den Zielort der Bereitstellung der Anwendung.
  3. Design und Architektur: In dieser Phase werden grundlegende Fragen beantwortet – wie z. B. zum modularen Aufbau und Ablauf der Anwendung. Das Design berücksichtigt alle zuvor definierten Anforderungen sowie die technischen Aspekte, die für Sicherheit, Compliance, Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit erforderlich sind.
  4. Codierung und Entwicklung. Nun beginnen die Programmierer mit der eigentlichen Umsetzung der Software – unter Verwendung der gewählten Methodik, Programmiersprachen und Tools. Je nach Ansatz erfolgen Codierung bzw. Entwicklung und Tests entweder in getrennten Phasen oder parallel.
  5. Testen. Jede Codezeile muss getestet werden, um sicherzustellen, dass sie korrekt funktioniert, Sicherheitsanforderungen erfüllt und die Leistungsziele erreicht. Ein Teil der Tests erfolgt auf Code-Ebene, während andere – sogenannte User-Acceptance-Tests – von Business-Anwendern durchgeführt werden, um zu bestätigen, dass die Anwendung die gewünschten Anforderungen erfüllt und den definierten Anwendungsfall unterstützt.
  6. Bereitstellung. Sobald die Anwendung fertiggestellt oder ausreichend funktionsfähig ist und alle erforderlichen Tests bestanden hat, wird sie aus der Entwicklungsumgebung in die Produktionsumgebung übertragen, damit Kunden, Mitarbeiter und Partner sie nutzen können. Auf Basis des Feedbacks wird anschließend die nächste Iteration der Anwendung geplant, in der neue Funktionen hinzugefügt werden.
  7. Wartung. Die meisten Softwarelösungen verlieren im Laufe der Zeit an Qualität – etwa weil Fehler und Sicherheitslücken entdeckt werden, sich Plattformen weiterentwickeln oder eine steigende Nutzung die Leistung beeinträchtigt. Das Entwicklungs- oder Wartungsteam behebt diese Probleme und kümmert sich zudem um Aufgaben wie Datensicherung und Leistungsoptimierung. Die Wartung zielt auch darauf ab, die Betriebskosten der Anwendung zu senken – beispielsweise durch eine Migration in die Cloud oder den Ersatz durch modernere und kostengünstigere Software oder Services.
  8. Stilllegung. Irgendwann wird eine Anwendung möglicherweise nicht mehr benötigt oder erfüllt ihren Zweck nicht mehr. Vielleicht entfällt der ursprüngliche Bedarf, die Funktionalität wird in eine andere Anwendung integriert oder die Anwendungsfälle werden neu konzipiert und eine völlig neue Anwendung entwickelt. Eine überflüssige Anwendung lässt sich jedoch nur selten einfach abschalten oder löschen. Stattdessen müssen Daten, Benutzerkonten und Funktionen sorgfältig in das neue System migriert werden. Anschließend wird die alte Anwendung archiviert, falls sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal überprüft werden muss.
Diagramm der 8 Phasen der Anwendungsentwicklung im AppDev-Lebenszyklus

Vorteile der Anwendungsentwicklung

Warum Software entwickeln? Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Sie ist entweder Ihr Geschäftsmodell – oder sie unterstützt Ihr Geschäft.

  • Anwendungen können das Produkt oder der Service sein, die Ihr Unternehmen Kunden anbietet. Denken Sie beispielsweise an Oracle, an Ihren bevorzugten Spieleentwickler oder an ein Beratungsunternehmen, das Software für seine Kunden erstellt.
  • Wenn Ihr Unternehmen nicht im Softwaregeschäft tätig ist, benötigen Sie möglicherweise spezialisierte Anwendungen, um Ihre Organisation effizient zu betreiben. Genau um diese Art der Anwendungsentwicklung geht es hier – auch wenn die Informationen in diesem Dokument ebenso für Unternehmen gelten, die Software verkaufen oder lizenzieren.
  • Der Kauf oder die Lizenzierung bestehender Anwendungen ist schnell und in vielen Fällen eine hervorragende Wahl. Existiert jedoch keine passende Lösung, entscheiden sich Unternehmen dafür, eigene Software zu konzipieren und zu entwickeln – entweder intern oder mithilfe externer Auftragnehmer. Eigene maßgeschneiderte Anwendungen ermöglichen es einem Unternehmen, Chancen zu nutzen, die Marke zu stärken, Probleme zu lösen und schnell auf Marktveränderungen zu reagieren. Individuelle Anwendungen – ob auf dem Laptop, Desktop, im Browser oder als mobile App – können zudem einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bieten. Eine maßgeschneiderte Anwendung ist immer auch eine Investition: Diese Software ist ein firmeneigenes Asset und kann einen wichtigen Bestandteil des geistigen Eigentums darstellen.
2 Gründe für die Entwicklung von Anwendungen
Unternehmen entwickeln Anwendungen, um Einnahmen zu erzielen – entweder durch den Verkauf der Software oder indem sie sie zur Bereitstellung ihrer Produkte und Services einsetzen.

Arten der Anwendungsentwicklung

Nicht alle Anwendungen werden auf die gleiche Weise entwickelt. Umfangreiche Softwareentwicklungsprojekte folgen oft einem formalen Prozess, der Monate oder sogar Jahre dauern kann, bis eine einsatzfähige Anwendung entsteht. Kleinere Projekte können innerhalb einer Woche – oder sogar an einem Tag – abgeschlossen werden. Die Stakeholder des Projekts arbeiten dabei eng mit dem technischen Entwicklungsteam zusammen, um den besten Ansatz zu bestimmen.

Low-Code/No-Code:

Nicht jede Anwendung erfordert den vollen Entwicklungsaufwand, wie zuvor beschrieben. Denken Sie zurück an die Zeit, als sogenannte „Power-User“ oder „Citizen Developer“ komplexe Tabellenmakros erstellten, um Geschäftsprobleme zu lösen. Inzwischen hat sich mit Low-Code/No-Code eine Entwicklungsform etabliert, die es Business-Anwendern ermöglicht, mithilfe visueller Tools Anwendungen zu erstellen. Diese nutzen definierte Datenquellen, Algorithmen und Workflows – ganz ohne klassische Programmierung. Solche Anwendungen laufen in der Cloud und können von Mitarbeitern, Kunden oder Partnern genutzt werden. Häufig werden Low-Code/No-Code-Apps direkt in einem Webbrowser oder auf mobilen Geräten wie Smartphones, Tablets oder Kiosksystemen ausgeführt.

Der Low-Code/No-Code-Ansatz bietet zahlreiche Vorteile – darunter eine deutlich schnellere Entwicklung und Bereitstellung, integrierte Sicherheitsfunktionen der Hosting-Plattform, erheblich geringere Entwicklungs- und Wartungskosten sowie die Möglichkeit, Mitarbeiter zu befähigen und die Abhängigkeit von professionellen Softwareentwicklern zu verringern. Auch erfahrene Entwickler schätzen diese Tools, um einfachere Aufgaben zu lösen, die kein vollumfängliches Entwicklungsprojekt erfordern.

Zwar können Low-Code/No-Code-Anwendungen nicht mit der Komplexität individuell entwickelter Software mithalten, doch sie übertreffen Tabellenanpassungen deutlich und bieten eine benutzerfreundliche, moderne Oberfläche, die besonders bei Nicht-Programmierern beliebt ist. Darüber hinaus lassen sich solche Anwendungen flexibel einsetzen, um andere Systeme kurzfristig miteinander zu verbinden – ideal zur Bewältigung temporärer Herausforderungen oder zur Nutzung neuer Chancen.

Die schlanke Struktur dieser Tools ist auch für erfahrene Programmierer praktisch. Ein guter Einstieg in die Low-Code-Entwicklung ist beispielsweise Oracle APEX.

Mobil

Die Entwicklung mobiler Anwendungen umfasst eine Vielzahl von Tools, Services und Produkten für die Erstellung und Bereitstellung von Apps. Die gängigsten Plattformen sind Google Android und Apple iOS, die jeweils unterschiedliche Entwicklungsumgebungen und Methoden unterstützen. Mobile Anwendungen werden häufig mit einer Microservices-Architektur konzipiert, bei der die App in kleinere, miteinander kommunizierende Komponenten unterteilt wird.

Aufgrund der weiten Verbreitung von Android- und iOS-Geräten und der ständigen Vernetzung von Smartphones und Tablets haben viele Unternehmen mobile Apps als wirkungsvolles Mittel etabliert, um sowohl Mitarbeiter als auch Kunden zu unterstützen. Im Unternehmensumfeld werden mobile Anwendungen unter anderem für Vertrieb, Enterprise Resource Planning (ERP), HR-Selfservice, Sicherheit, Zeiterfassung, Kommunikation und vieles mehr eingesetzt. Viele dieser mobilen Apps werden von spezialisierten Anbietern entwickelt – doch auch intern lassen sich eigene Anwendungen konzipieren, entwickeln und bereitstellen, um Mitarbeitern und Kunden maßgeschneiderte Lösungen zu bieten.

Datenbank

Unternehmensanwendungen basieren auf Daten – wie z. B. Verkaufstransaktionen, Preislisten, HR-Dokumenten, E-Mails, Bankdaten, Kundenkontakten oder Finanzinformationen. Der effizienteste Ort zur Speicherung solcher Unternehmensdaten ist eine Datenbank, da sie einen schnellen, sicheren und strukturierten Zugriff ermöglicht – einschließlich Suche, Aktualisierung, Schutz und Analyse.

Sowohl Standard- als auch maßgeschneiderte Anwendungen können über leistungsfähige Abfragesprachen, standardisierte Datenaustauschformate und robuste Programmierschnittstellen auf Datenbanken zugreifen. Hochentwickelte Datenbanken wie die Oracle Database 23ai können Anwendungen sogar direkt innerhalb der Datenbank-Engine ausführen. Dies bietet Anwendungen besonders schnellen, sicheren und stabilen Zugriff auf Daten. Entwicklungstools können gezielt auf die Datenbank-Engine ausgerichtet werden, was den zusätzlichen Vorteil bietet, dass Datenbankadministratoren diese Anwendungen nach der Bereitstellung effizient verwalten und optimieren können.

Microservices

Anwendungen, die auf einer Cloud-Microservices-Architektur basieren, sind in der Regel besonders wartungsfreundlich, flexibel bereitzustellen und äußerst robust. Dabei kann es Hunderte oder sogar Tausende kleiner Microservices geben – einzelne Bausteine, die jeweils eine klar definierte Aufgabe effizient ausführen und über einfache Kommunikationsprotokolle mit anderen Anwendungen oder Microservices interagieren.

Auf Microservices basierende Anwendungen sind zudem äußerst skalierbar. Durch das cloudzentrierte Design und die Architektur kann die Cloud bei hoher Auslastung eines bestimmten Services automatisch mehrere Instanzen desselben Services erstellen und ausführen. Da einzelne Microservices jeweils nur für eine klar abgegrenzte Aufgabe zuständig sind, lassen sie sich außerdem besonders einfach entwerfen, programmieren, testen und bereitstellen.

Diagramm zu 4 Arten der Anwendungsentwicklung

AppDev-Methoden

Die Vorgehensweise eines Entwicklungsteams bei der Erstellung einer Anwendung wird als Methodik bezeichnet. Dieser Begriff umfasst Designprinzipien, Projektmanagementansätze sowie die Art der Zusammenarbeit zwischen dem Entwicklungsteam, den Kunden und weiteren wichtigen Stakeholdern. In manchen Fällen bestimmt oder beeinflusst die gewählte Methodik auch die Auswahl der technischen Tools, die das Entwicklungsteam verwendet.

Unabhängig davon, welche Methodik gewählt wird, gelten zwei Grundsätze: Das Ziel ist immer ein erfolgreiches Projekt – und jede beteiligte Person wird eine Meinung dazu haben. Grundsätzlich lassen sich moderne Softwareentwicklungsmethoden in zwei Hauptkategorien einteilen: Wasserfall und Agilität.

Wasserfall

Die Wasserfallentwicklung, auch bekannt als monolithisches oder klassisches Modell, folgt einem linearen Ablauf: Anforderungen erfassen, entwerfen, programmieren, testen, freigeben, bereitstellen und warten. Jeder Schritt wird gründlich ausgeführt, und zum nächsten geht man erst über, wenn der vorherige vollständig abgeschlossen ist. Da abgeschlossene Phasen kaum – oder gar nicht – erneut geöffnet werden, kann das Wasserfallmodell nur schwer auf sich schnell ändernde Situationen oder neue Unternehmensanforderungen reagieren. Daher eignet sich dieser Ansatz besonders für Projekte, bei denen Fehler ausgeschlossen sein müssen – wie z. B. bei Software für Autos, Kernkraftwerken oder medizinischen Geräten.

Agilität

Die agile Entwicklung verfolgt einen gegensätzlichen Ansatz. Der Fokus liegt auf der schnellen Umsetzung und Bereitstellung von Anwendungen, indem zunächst ein kleines, minimal funktionsfähiges Produkt (MVP) erstellt wird. Anschließend wird dieses in mehreren Iterationen verbessert, um neue Funktionen hinzuzufügen, Schwachstellen zu beheben, neue Technologien und Ideen zu nutzen und die Leistung zu optimieren.

Es gibt keine einheitliche agile Methode; vielmehr existieren Dutzende davon, jede mit eigener Geschichte, eigenen Anhängern und Begründungen. Beim testgetriebenen Entwickeln (Test-Driven Development) beispielsweise schreiben Programmierer vor dem Erstellen eines neuen Codes zunächst automatisierte Tests, um sicherzustellen, dass der neue Code korrekt funktioniert. So wird gewährleistet, dass sämtlicher Code getestet ist, bevor er in die aktuelle Version der Anwendung integriert wird.

Die meisten agilen Methoden verlangen, dass jede Iteration sehr kurz ist – oft nur wenige Wochen dauert. Während dieser Iterationen, die als „Sprints“ bezeichnet werden, konzentriert sich das Entwicklungsteam darauf, neue Funktionen oder Features zur Anwendung hinzuzufügen.

Schneller

Manche Anwendungen lassen sich konzeptionell leicht entwerfen und bereitstellen – wie z. B. formularbasierte Apps, Berichtsgeneratoren oder Abfragetools für Datenbanken. In solchen Fällen ist ein umfassender Entwicklungsprozess wie Wasserfall oder Agilität oft nicht erforderlich. Hier kommt die Rapid Application Development (RAD) ins Spiel. RAD gehört zur agilen Familie und zeichnet sich durch benutzerfreundliche Tools aus, mit denen ein sehr kleines Entwicklungsteam – oder sogar eine einzelne Person – eine Benutzeroberfläche erstellen, die interne Logik programmieren und Verbindungen zu Unternehmensdatenquellen herstellen kann.

Ursprünglich wurde RAD eingesetzt, um ein visuelles Modell einer gewünschten Anwendung zu erstellen, damit Entwickler und Beteiligte sich auf Aussehen und Funktionalität einigen konnten, bevor die eigentliche Programmierung begann. Daraus entstand auch der Begriff „Rapid Prototyping“. Mit dem Aufkommen von Low-Code- und No-Code-Tools hat sich RAD jedoch auch für einfache Anwendungen bewährt, die direkt aus einem schnellen Prototyp heraus entwickelt und bereitgestellt werden können. Darüber hinaus kann sich die Entwicklungszeit auf wenige Tage verkürzen – sehr zur Freude der Fachabteilungen. Wenn sich eine Anwendung mit dem RAD-Ansatz realisieren lässt, sollte man ihn häufig auch wählen.

Wichtige Unterschiede

Schnellere Bereitstellung. Mit agiler Entwicklung können Mitarbeiter bzw. Kunden eine Anwendung bereits nutzen, bevor sie alle Funktionen enthält. Agile Methoden sind besonders bei mobilen Anwendungen verbreitet, bei denen laufend neue Features hinzugefügt werden. Strenge Anforderungen. Das Wasserfallmodell eignet sich, wenn Anforderungen sehr genau definiert sind und die Anwendung davon nicht abweichen darf. Denken Sie zum Beispiel an die Software in einem medizinischen Gerät oder in industriellen Steuerungssystemen.
Prototypen werden real. Ein Rapid-Application-Development-Prozess ist ideal für einfache Anwendungen. Mit dem RAD-Ansatz und Low-Code-/No-Code-Tools kann ein Entwickler oder sogar ein versierter Anwender in wenigen Tagen – manchmal sogar Stunden – einen Berichtsgenerator, eine mobile Datenbankoberfläche oder ein Formular zur Datenerfassung erstellen und bereitstellen. Anpassungsfähig an neue Anforderungen. Mit agiler Entwicklung können geänderte Anforderungen in künftigen Zyklen einfach als neue Funktion integriert werden. Vielleicht muss eine App künftig auf einem neuen tragbaren Tablet laufen oder generative KI nutzen – Anforderungen, die bei der ursprünglichen Planung möglicherweise noch gar nicht berücksichtigt wurden.

Anwendungsfälle für die Anwendungsentwicklung

Hier sind drei Beispiele für Unternehmensanwendungen, die mit unterschiedlichen Methoden entwickelt wurden, um den jeweiligen Anforderungen optimal zu entsprechen.

  • Ein Gesundheitsunternehmen nutzt Low-Code-/No-Code-Entwicklung, um klinische Studien zu verwalten. Mithilfe eines Cloud-basierten Low-Code-Tools entwickelt das Unternehmen kosteneffizient eine eigene Benutzeroberfläche. Durch die Entwicklung einer eigenen Plattform kann das Unternehmen seine Lieferungen besser überwachen und so den Kundenservice verbessern. Die Anwendung lässt sich auf Tausende von Nutzern und Projekten skalieren und bietet zentrale Informationen zur Überwachung klinischer Studien. Mit dem Low-Code-Ansatz konnte das Unternehmen über fünf Jahre hinweg erhebliche Kosten einsparen – durch effizientere Abläufe und einen geringeren Aufwand bei der Anwendungsverwaltung.
  • Ein Logistikunternehmen entwickelt mobile Apps, die in die cloudbasierten Supply-Chain-Anwendungen von Oracle integriert sind. Zuvor liefen die Anwendungen auf Desktop-PCs im Browser. Mit der Einführung mobiler und tragbarer Geräte benötigte das Unternehmen jedoch mehr Flexibilität. Durch die mobile App können Lager und Distributoren Bestände direkt vor Ort scannen und im Supply-Chain-Management-System verarbeiten – das verbessert die Datenqualität und beschleunigt die Reaktionsfähigkeit erheblich.
  • Ein Personalvermittlungsunternehmen betreibt seine Plattform für Berufsausbildung, Qualifizierung und Talententwicklung auf einer Microservices-Architektur in der Oracle Cloud Infrastructure. Heute nutzen Hunderttausende von Menschen diese Plattformen täglich, um passende Stellen zu finden, sich zu bewerben und sich auf eine erfolgreiche Beschäftigung vorzubereiten. Die Plattform unterstützt bis zu 5.000 gleichzeitige Nutzer und verarbeitet bis zu 10.000 Anfragen pro Minute. Sobald eine neue Version der Anwendung verfügbar ist, führen verwaltete Cloud-Services die Updates automatisch, schnell und ohne Ausfallzeiten durch.

Best Practices für die Anwendungsentwicklung

Anwendungen können Kunden sowie Mitarbeiterunterstützen, das Geschäft ausbauen oder einfach bestehende Herausforderungen lösen. Gleichzeitig kann die Anwendungsentwicklung jedoch kostspielig und ressourcenintensiv sein – und wenn die neue Software Sicherheitslücken aufweist, ein Risiko für das Unternehmen und seine Kundschaft darstellen. Im Folgenden finden sich bewährte Vorgehensweisen, um Risiken zu minimieren und den Erfolg zu maximieren.

  1. Projektumfang klar definieren. Erfolgreiche Entwicklungsprojekte lösen ein konkretes Geschäftsproblem oder nutzen eine Chance. Da die Entwicklung einer Anwendung mit hohen Kosten verbunden ist, lohnt sich die Erstellung eines umfassenden Anforderungskatalogs.
  2. Schnell vorankommen, aber das Ziel im Blick behalten. Je früher eine Anwendung genutzt werden kann, desto schneller lassen sich geschäftliche Vorteile realisieren. Ein iterativer, agiler Entwicklungsansatz betont Flexibilität und kontinuierliche Verbesserung. Dabei werden Funktionen in kurzen Sprints entwickelt und regelmäßig Nutzerfeedback eingeholt. So können frühzeitig Anpassungen vorgenommen werden, damit das Endprodukt optimal auf die Bedürfnisse der Anwender abgestimmt ist.
  3. Codequalität, Sicherheit und Standards priorisieren. Entwicklungsteams sollten neben Skalierbarkeit und Leistung besonderen Wert auf Sicherheit legen und sicherstellen, dass die Software für die Zielgruppe intuitiv nutzbar ist. Eine klare, benutzerfreundliche Oberfläche erleichtert die Aufgabenerledigung und reduziert Frustration.
  4. Den Prozess fortführen. Entwicklungsprozesse müssen auf sich ändernde Geschäftsanforderungen reagieren können. Das Entwicklungsteam oder eine Wartungsgruppe sollte auftretende Probleme zeitnah beheben und auf neue Anforderungen – wie z. B. zusätzliche Datenquellen oder Leistungsoptimierungen – flexibel reagieren.

Künstliche Intelligenz und die Anwendungsentwicklung

Generative KI wird bereits für viele textbasierte Aufgaben eingesetzt – wie z. B. zum Zusammenfassen von Berichten, Verfassen von Sonetten, Erstellen von E-Mails im Kundenservice oder für kontextbezogene Chat-Kommunikation. Doch GenAI kann auch Softwarecode schreiben: Eine Programmiersprache ist schließlich ebenfalls eine Sprache – und aus technischer Sicht unterscheidet sie sich kaum von Englisch, Spanisch oder Mandarin.

Im Bereich der Anwendungsentwicklung eignet sich GenAI hervorragend, um die schriftlich formulierte Absicht eines Entwicklers – ausgedrückt in natürlicher Sprache – in funktionsfähigen, sofort ausführbaren Code zu übersetzen. Erste Erfahrungen zeigen, dass dieser KI-generierte Code funktional, effizient und sicher ist. Dies zeigt sich besonders in Bereichen des Codes, die mühsam zu entwickeln sind – wie z. B. beim Datenbankzugriff oder bei standardisierten Codeabschnitten, die zum Einrichten von Microservices benötigt werden.

Ein weiteres Einsatzgebiet von GenAI ist die Analyse von manuell geschriebenem Code: Die KI kann Fehler erkennen, potenzielle Sicherheitslücken aufspüren und darauf hinweisen, wo Programmierende nicht nach Best Practices gearbeitet haben. KI-gestützte Unterstützung wird voraussichtlich zu einem festen Bestandteil gängiger Entwicklungsplattformen und -tools werden.

Zukunft der Anwendungsentwicklung

Softwareentwicklung ist ein sich stetig weiterentwickelndes Feld. Wie bereits erwähnt, wird Generative KI eine große Unterstützung bieten, indem sie Entwickler von mühsamen Aufgaben entlastet. Sie wird zu einem festen Bestandteil der Anwendungsentwicklung und in gängige Entwicklungstools integriert werden. Neue Architekturen wie Microservices ermöglichen es, Anwendungen dank ihres modularen Aufbaus deutlich schneller zu entwickeln. Doch es gibt noch weitere Trends, die sich bereits abzeichnen.

Sicherheit bleibt oberste Priorität. Da böswillige Akteure Unternehmen weiterhin bedrohen, müssen Anwendungen nicht nur sicher konzipiert und entwickelt, sondern auch regelmäßig aktualisiert werden, sobald neue Angriffstools auftauchen.

Mobilität ist gekommen, um zu bleiben. Für viele Menschen ist das Smartphone das wichtigste Arbeits- und Kommunikationsgerät. Unternehmen müssen daher in der Lage sein, mobile Apps zu entwickeln oder Anwendungen für die Nutzung im mobilen Browser zu optimieren.

Demokratisierung der Entwicklung. Mitarbeiter verlangen zunehmend nach No-Code- und Low-Code-Tools, mit denen sie eigene Anwendungen schnell erstellen können. Die Herausforderung besteht darin, dies zu fördern, ohne dabei Qualität oder Sicherheit zu gefährden.

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Oracle bietet eine breite Palette an Entwicklungstools, Services und Plattformen, die sich für jedes Anwendungsentwicklungsprojekt eignen. Darüber hinaus stellt Oracle die umfassendste Sammlung sofort einsetzbarer Business-Anwendungen der Branche bereit, die individuell angepasst und mit eigenen Anwendungen integriert werden können – um passgenaue Lösungen für Ihre Anforderungen zu schaffen.

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Im Vergleich zu anderen Cloud-Anbietern überzeugt Oracle durch ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, geringere Speicherkosten und 48 kommerzielle sowie staatliche Regionen weltweit – für maximale Flexibilität. Planen Sie kein Cloud-Projekt? Dann lohnt sich ein Blick auf die On-Premises-Systeme von Oracle, darunter die Enterprise-Datenbankplattform Oracle Exadata.

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Häufig gestellte Fragen zur Anwendungsentwicklung

Was macht ein Anwendungsentwickler?

Ein Anwendungsentwickler erstellt Geschäftsanwendungen – oder genauer gesagt: Er ist Teil eines Teams, das diese Anwendungen entwickelt. Dafür sind technische Kenntnisse erforderlich, wie beispielsweise in agilen Methoden, in Programmiersprachen wie Java, SQL, Python und JavaScript sowie ein solides Verständnis von Softwarearchitekturen. Zu den typischen Aufgaben gehören Architekturdesign, Programmierung, Testen und Debuggen, Gestaltung der Benutzeroberfläche, Datenbankintegration, Berichterstellung und Softwarewartung.

Welche Schritte umfasst die Anwendungsentwicklung?

Die Anwendungsentwicklung gliedert sich in acht Hauptschritte. Einige davon können parallel ablaufen und – je nach gewählter Methode – auch iterativ durchgeführt werden.

  1. Anforderungen erfassen und analysieren
  2. Projektplanung
  3. Design und Architektur
  4. Programmierung und Entwicklung
  5. Testen
  6. Bereitstellung
  7. Wartung
  8. Stilllegung