Michael Chen | Content Strategist | 4. September 2024
Datenduplizierung ist ein einfaches Konzept: Es beschreibt die Tatsache, dass ein bestimmtes Datenelement irgendwo in der Infrastruktur eines Unternehmens ein oder mehrere exakte Duplikate haben kann. Dabei kann es sich um einen Datensatz in einer Datenbank, eine Datei in einem Speicherbereich oder ein VM-Image handeln. Für sich genommen mag eine Duplizierung harmlos oder sogar nützlich erscheinen. Schließlich ist eine zusätzliche Kopie oft willkommen. Doch im Unternehmensmaßstab wird das Ausmaß des Problems deutlich: Da nahezu jedes moderne Gerät ständig Daten erzeugt, regelmäßig Backups und Archivierungen durchgeführt werden und Dateien über zahlreiche Plattformen geteilt werden, hat sich die Daten-duplizierung von einer lästigen Begleiterscheinung zu einer erheblichen Kosten- und Technologiebelastung entwickelt. Die Lösung des Problems beginnt mit dem Verständnis, wie und warum Daten-duplizierung entsteht.
Datenduplizierung bezeichnet den Prozess, bei dem ein oder mehrere identische Versionen derselben Daten erstellt werden – entweder absichtlich, beispielsweise im Rahmen geplanter Sicherungen, oder unbeabsichtigt. Duplikate können als gespeicherte Daten in Dateien, VM-Images, Blöcken oder Datensätzen in einer Datenbank oder in anderen Datenformaten existieren. Unabhängig von der Ursache führt Datenduplizierung zu einer Verschwendung von Speicherplatz – und die Kosten steigen proportional zur Größe der Datenspeicher. Zudem kann sie zu Problemen im Datenmanagement beitragen: Wenn nicht alle Kopien einer Datei gleichzeitig aktualisiert werden, können Inkonsistenzen entstehen, die zu fehlerhaften Analysen führen.
Mit der Datenduplizierung verwandt ist die Datenredundanz – also das Vorhalten mehrerer Datensätze als redundante Sicherheitskopien der primären Datenversionen. Das Gegenteil von Datenduplizierung ist die Datendeduplizierung, bei der doppelte Daten entfernt werden, um Ressourcen freizugeben und möglicherweise veraltete Kopien zu beseitigen.
Wichtige Erkenntnisse
Doppelte Daten sind nicht zwangsläufig etwas Negatives. Geplante Datenduplizierung kann erhebliche Vorteile bieten – wie z. B. leicht zugängliche Backups, eine umfassende Archivierung und eine effektivere Disaster Recovery. Um diese Vorteile jedoch ohne übermäßige Kosten zu realisieren, ist eine klare Strategie erforderlich – einschließlich strukturierter Backup-Prozesse und regelmäßig geplanter Deduplizierung. Ohne eine solche Strategie beanspruchen doppelte Daten im besten Fall nur unnötig zusätzlichen Speicherplatz und führen im schlimmsten Fall zu Verwirrung bei den Nutzern sowie zu verfälschten Analyseergebnissen.
Auch wenn die Begriffe „Datenduplizierung“ und „Datenredundanz“ häufig synonym verwendet werden, besteht ein Unterschied. Doppelte Daten sind nicht unbedingt absichtlich redundant – manchmal entstehen sie unachtsam oder durch einen Fehler, sei es menschlich oder maschinell. Aus technischer Sicht dient Redundanz dazu, ein Sicherheitsnetz für den Fall eines Problems zu schaffen. Damit handelt es sich um eine gezielte Form der Duplizierung. Redundanz ist ein grundlegendes Prinzip solider Ingenieurpraxis, doch eine übermäßige Redundanz kann ebenfalls problematisch sein. Werden zu viele Kopien mit derselben Absicht erstellt, steht der Nutzen oft in keinem Verhältnis zum Ressourcenverbrauch.
Daten können auf vielfältige Weise dupliziert werden – sowohl durch menschliche als auch durch automatisierte Prozesse. Die meisten Menschen haben schon mehrere Versionen einer Datei mit leicht unterschiedlichen Namen und nur minimalen Änderungen gespeichert, während ein Dokument überarbeitet wird – wie z. B. „salesreport_final.docx“ und „salesreport_final_v2.docx“. Diese älteren Versionen werden häufig nicht gelöscht, selbst wenn der Bericht endgültig abgeschlossen ist. Ebenso kann eine Datei per E-Mail im Unternehmen weitergeleitet werden, woraufhin verschiedene Personen dieselbe Version an unterschiedlichen Orten im gemeinsamen Laufwerk speichern. Auch Anwendungsdateien (.exe) oder Mediendateien werden oft mehrfach heruntergeladen, und virtuelle Maschinen (VMs) können an mehreren Speicherorten abgelegt werden. In Datenbanken kann dieselbe Information ebenfalls mehrfach eingegeben werden. Kunden- oder Mitarbeiterdaten werden beispielsweise doppelt hochgeladen – wie z. B., wenn mehrere Personen dieselbe Datei importieren oder Datensätze manuell erfassen. Solche Duplikate entstehen auch dann, wenn verschiedene Abteilungen identische Informationen – wie z. B. Kundendaten – in lokalen Anwendungen oder unterschiedlichen, aber kompatiblen Systemen anlegen. Dadurch können redundante Kopien über verschiedene Backup-Versionen hinweg entstehen – die ihrerseits wiederum Duplikate enthalten können.
Je datengetriebener ein Unternehmen ist, desto stärker kann sich das Problem der Datenduplizierung auswirken. Big Data kann schnell zu hohen Kosten für überflüssigen Speicherbedarf führen. Auch Automatisierung kann Duplikate erzeugen. In diesem Fall kann ein automatisierter Backup-Prozess doppelte Dateien erzeugen – mit der Absicht, Redundanz zu schaffen. Problematisch wird es jedoch, wenn dieselbe Datei mehrfach gesichert wird. Ein übermäßiges Maß an Redundanz führt zu einer ineffizienten Speichernutzung.
Seltener führen unvorhergesehene Ereignisse zur Datenduplizierung. Wenn während eines Backup-Vorgangs ein Stromausfall oder eine Naturkatastrophe auftritt, kann das Backup zurückgesetzt werden und nach bereits geschriebenen Dateien erneut starten. Ähnliche Probleme können auch durch Hardwarefehler entstehen, die während eines Sicherungs- oder Archivierungsprozesses zu ungeplanter Datenduplizierung führen.
Doppelte Daten sind nicht zwangsläufig etwas Negatives. IT-Teams müssen verstehen, ob die Duplizierung beabsichtigt war, wie viele Ressourcen für die Speicherung der Duplikate verwendet werden und welche Kosten der aktuelle Zustand verursacht. Ein absichtlich erstelltes Archiv der dritten Generation, das Verweise auf vollständig geklonte Duplikate in einem Archiv der zweiten Generation enthält, ist eine völlig andere Situation als mehrere gespeicherte Versionen derselben großen PowerPoint-Datei auf einem gemeinsamen Laufwerk.
Im Folgenden sind die häufigsten Arten von Datenduplikaten und ihre möglichen Auswirkungen auf Ihr Unternehmen aufgeführt:
Doppelte Daten verursachen eine Kettenreaktion zusätzlicher Belastungen – bei Hardware, Bandbreite, Wartung und Datenmanagement. Zusammengenommen führen diese Faktoren zu erheblichen, vermeidbaren Kosten. In manchen Fällen sind die Auswirkungen gering, doch im schlimmsten Fall können sie gravierende Folgen haben. Betrachten Sie einige der folgenden Beispiele, wie Datenduplizierung Projekte im Bereich der Data Science beeinträchtigen kann.
Speicherplatz: Dies ist die direkteste Kostenfolge der Datenduplizierung. Redundante Kopien belegen wertvollen Speicherplatz auf lokalen Festplatten, Servern und in der Cloud – und treiben so die Kosten in die Höhe. Stellen Sie sich eine Abteilung mit 10 Terabyte an Daten vor, von denen 10 % doppelt vorhanden sind. Das entspricht einem Terabyte verschwendeten Speicherplatzes – ein erheblicher Kostenfaktor, insbesondere wenn es sich um primären Cloud-Speicher und nicht um Archivspeicher handelt.
Tools für die Datendeduplizierung. Auch dies ist ein direkter Kostenfaktor. Solche Tools entfernen doppelte Daten aus Speichervolumen. In der Regel basieren diese Services auf der Anzahl der zu verarbeitenden Datensätze. Je mehr Daten dedupliziert werden müssen, desto höher sind die Kosten.
Verzerrte Daten: Doppelte Datensätze können Fehler in Datenanalysen und Visualisierungen verursachen, da sie zu ungenauen Kennzahlen führen. So kann es beispielsweise vorkommen, dass ein neuer Kunde mit leicht unterschiedlichem Namen zweimal in eine Verkaufsdatenbank eingetragen wird oder zwei Administratoren denselben Bestellauftrag erfassen.
Jedes der oben genannten Elemente erfordert zudem kostenintensive Personalarbeit. Speichervolumen müssen verwaltet werden. Jemand muss Deduplizierungssysteme bewerten, anschaffen und betreiben. Verzerrte Daten müssen bereinigt und fehlerhafte Datensätze entfernt werden. Wenn fehlerhafte Daten in nachgelagerte Berichte oder Kommunikationsprozesse gelangen, muss die gesamte darauf aufbauende Arbeit rückverfolgt, korrigiert und erneut ausgeführt werden.
Unbeabsichtigt duplizierte Dateien und Datenbankeinträge können, wenn sie nicht kontrolliert werden, Probleme verursachen, die sich durch die gesamte Organisation ziehen. Im Folgenden sind einige der häufigsten Herausforderungen aufgeführt, die durch Datenduplizierung entstehen.
Durch gemeinsam genutzte Laufwerke, IoT-Geräte, importierte öffentliche und Partnerdaten, mehrstufige Cloud-Speicher, erweiterte Replikations- und Wiederherstellungssysteme sowie viele weitere Quellen verwalten Unternehmen heute mehr Daten als je zuvor. Damit wächst auch das Risiko von Datenverdopplungen. Unternehmen sollten daher gezielt Strategien entwickeln, um die Entstehung doppelter Daten zu verhindern und vorhandene Duplikate systematisch zu beseitigen.
Zu den bewährten Maßnahmen zählen:
Mit dem zunehmenden Fokus auf datenbasierte Entscheidungsfindung gewinnt die Beseitigung doppelter Datensätze immer mehr an Bedeutung. Durch gezielte Maßnahmen zur Vermeidung von Redundanzen können Unternehmen ihre Speicherinfrastruktur optimieren, die Effizienz im Datenmanagement erhöhen, die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben verbessern und finanzielle wie personelle Ressourcen für strategische Aufgaben freisetzen.
Nachfolgend sind einige der wichtigsten Vorteile der Daten-Deduplizierung aufgeführt:
Der effektivste Weg, Probleme durch doppelte Daten zu vermeiden, ist, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Oracle HeatWave vereint Online-Transaktionsverarbeitung, Echtzeitanalysen über Data Warehouses und Data Lakes, Machine Learning (ML) und Generative KI in einem einzigen Cloud-Service. Kunden profitieren dabei in mehrfacher Hinsicht:
Insgesamt trägt Datendeduplikation dazu bei, Informationssilos aufzubrechen, den Datenzugriff zu verbessern und eine kollaborative Arbeitsumgebung zu schaffen, in der Teams die gemeinsamen Dateneinblicke des Unternehmens für fundiertere Entscheidungen nutzen können. So lassen sich Situationen vermeiden, in denen das Marketingteam ein CRM-System mit Kundendaten verwendet, während das Vertriebsteam parallel ein separates Lead-Management-System mit ähnlichen Informationen nutzt. Ein Programm zur Beseitigung doppelter Daten kann diese Informationen konsolidieren, sodass beide Teams auf eine einheitliche Kundenansicht zugreifen und effektiver bei Marketingkampagnen und Vertriebsaktivitäten zusammenarbeiten können.
Möchten Sie das Potenzial von KI optimal nutzen? Der Schlüssel liegt in Ihrer Dateninfrastruktur. Dieser umfassende Leitfaden bietet CIOs Strategien, um Daten und KI gezielt einzusetzen – für fundierte Entscheidungen, effizientere Abläufe und einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil.
Welche zukünftigen Trends gibt es im Bereich der Datenduplizierung?
Mit dem technischen Fortschritt erhält die IT zunehmend leistungsfähigere Möglichkeiten, doppelte Daten zu vermeiden. Zu den wichtigsten Entwicklungen zählen:
Wie lässt sich Datenduplizierung überwachen?
Es gibt verschiedene Strategien, um doppelte Daten zu erkennen und zu überwachen. Dazu zählen Tools wie Data Profiling, Data Matching und Data Cataloging. Datenbereinigungstools für eingehende Datenquellen können bereits eine erste Erkennung ermöglichen, während spezialisierte Datendeduplizierungstools doppelte Datensätze sowohl identifizieren als auch automatisch entfernen können.
Welche Herausforderungen entstehen durch Datenduplizierung?
Datenduplizierung stellt für Unternehmen jeder Größe eine erhebliche Herausforderung dar. Das offensichtlichste Problem ist der unnötig belegte Speicherplatz. Doppelte Dateien beanspruchen wertvolle Kapazitäten auf Servern, Festplatten und in der Cloud – was zu höheren Kosten führt. Auch das Management doppelter Daten über verschiedene Systeme hinweg ist zeitaufwendig. IT-Teams müssen Duplikate identifizieren, die Hauptversion bestimmen und überflüssige Kopien löschen. Übermäßige Datenduplizierung kann zudem die Systemleistung beeinträchtigen, da verstreute Kopien den Datenzugriff und die Wiederherstellung verlangsamen.
Es kommt zudem zu Dateninkonsistenzen, wenn Aktualisierungen nicht in allen Kopien vorgenommen werden. Dies kann zu ungenauen Berichten, zusätzlichem Aufwand durch veraltete Informationen und Verwirrung führen, wenn verschiedene Teams auf widersprüchliche Datensätze zugreifen. Außerdem erschwert doppelte Datenspeicherung die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zur Datenaufbewahrung und -löschung. Aus Sicherheitsperspektive gilt: Je mehr Daten vorhanden sind, desto größer ist auch die potenzielle Angriffsfläche.
Gibt es Vorteile durch absichtlich duplizierte Daten?
Ja – gezielt duplizierte Daten, wie beispielsweise in Form von Backups oder Archiven, bieten zahlreiche Vorteile für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs und die Disaster Recovery. Damit diese Daten sinnvoll genutzt werden können, sollten Unternehmen jedoch eine klare Strategie verfolgen, um sicherzustellen, dass Duplikate in einem kontrollierten und begrenzten Umfang bestehen. So lässt sich ein übermäßiger Ressourcenverbrauch ebenso vermeiden wie potenzielle Folgeprobleme.
