Margaret Lindquist | Senior Writer | 14. März 2025
Bevor Unternehmen ein Projekt zur Einführung von ERP-Anwendungen (Enterprise Resource Planning) starten, müssen sie einen Business Case entwickeln. Dieser sollte konkrete Ziele, den Nutzen und die Kosten der neuen Implementierung sowie eine Berechnung der Kapitalrendite (ROI) enthalten. Bei der ROI-Bewertung sind die Implementierungskosten zu berücksichtigen, darunter Schulungen für Mitarbeiter, Beeinträchtigungen des Arbeitsablaufs und weitere operative Hürden, im Verhältnis zu den Vorteilen – insbesondere den finanziellen –, die die neuen Anwendungen liefern.
Entscheidend ist, dass der Business Case konsequent auf die Unternehmensziele ausgerichtet ist. Dies gelingt, indem konkrete geschäftliche Veränderungen klar mit potenziellen Vorteilen verknüpft werden, sodass alle an der Implementierung Beteiligten – von Führungskräften bis zu Endanwendern – den Erfolg erkennen bzw. messen können. Zudem reicht es nicht aus, lediglich festzustellen, dass das Unternehmen durch die Konsolidierung von Beschaffungsprozessen möglicherweise 800.000 US-Dollar einsparen kann. Es muss auch klar definiert sein, wer die Verantwortung dafür trägt, dass sich die Geschäftsprozesse parallel zu den Systemänderungen tatsächlich verbessern.
Bevor Unternehmen ein neues ERP-System implementieren, müssen sie den potenziellen Nutzen im Verhältnis zu den Gesamtkosten ermitteln und quantifizieren. Diese Analyse können Unternehmen nur selten allein durchführen. Sie greifen daher auf Berater und/oder die ERP-Anbieter selbst zurück, die Branchen- und Technologieexpertise, Kenntnisse verschiedener Funktionsbereiche wie Finanzen, Planung und Fertigung sowie Erfahrung aus vergleichbaren Projekten mitbringen.
Diese Experten stimmen sich mit der Unternehmensleitung über Ziele und Umfang der Implementierung ab und führen anschließend sogenannte Discovery-Workshops mit Mitarbeitern aus dem gesamten Unternehmen durch. Auf Basis dieser Erkenntnisse folgt die Analysephase, in der Effizienz und Effektivität einzelner Funktionen bewertet und Potenziale für Kosteneinsparungen, Umsatzwachstum und Risikominimierung identifiziert werden. Abschließend erstellen sie einen Business Case, der die übergeordneten Unternehmensziele darlegt und operative Hürden aufzeigt, die für eine digitale Transformation überwunden werden müssen. Der Business Case umfasst Nutzen, Erfolgskriterien und konkrete Maßnahmenpläne und dient Analysten als Grundlage für die ROI-Berechnung. Schulungen für Mitarbeiter und eine hohe Benutzerfreundlichkeit der Anwendungen sind entscheidend, um den ROI eines neuen ERP-Systems zu maximieren.
Spezifischere Elemente einer ERP-System-ROI-Berechnung finden Sie hier.
Die ERP-ROI-Formel ist einfach, doch die für eine präzise Berechnung erforderlichen Zahlen zu ermitteln, kann schwierig sein. Bei der ERP-Einführung gibt es zwei zentrale Phasen: die anfängliche Kauf- und Implementierungsphase sowie die laufende Nutzung des Systems. Letztere umfasst zahlreiche Faktoren, wie z. B. Schulungen, die Einarbeitung der Mitarbeiter in Funktionen und Nutzen sowie die kontinuierliche Optimierung von Analyseergebnissen, damit Führungskräfte in Echtzeit präzise Informationen für bessere Entscheidungen erhalten.
Die grundlegende Formel zur Berechnung des ROI lautet:
ROI = (Gesamtwert der Investition – Gesamtkosten der Investition) / Gesamtkosten der Investition × 100
Der erste Schritt ist die Berechnung der Gesamtkosten der Investition beziehungsweise die Gesamtbetriebskosten (TCO). Diese ergibt sich aus folgender Formel:
TCO = Kaufpreis + Implementierungskosten + Betriebskosten über einen Zeitraum von mehreren Jahren (häufig fünf bis zehn Jahre).
Vereinfacht ausgedrückt beschreibt der ERP-ROI das Verhältnis der durch eine ERP-Investition erzielten Erträge (in Geldwerten) zu den Gesamtbetriebskosten (TCO). Dieses Verhältnis wird als Prozentsatz angegeben. Die TCO umfassen sowohl die anfänglichen Systemkosten als auch die über die Zeit anfallenden Kosten, bei cloudbasierten Systemen wie beispielsweise die Abonnementgebühren über die gesamte Laufzeit. Je höher das Verhältnis von Erträgen zu TCO, desto besser ist der ROI.
Wichtigste Erkenntnisse
Wie eine Hausrenovierung kann auch ein ERP-Upgrade zunächst abschreckend wirken. Wer darauf verzichtet, verschafft Mitbewerbern einen Vorsprung. Diese arbeiten effizienter und treffen bessere finanzielle und operative Entscheidungen. Häufig geschieht dies in Echtzeit, auf Basis von Daten aus dem gesamten Unternehmen. Lesen Sie weiter und erfahren Sie mehr über die Vorteile, die ein modernes ERP-System bietet.
„Harte“ ERP-Vorteile lassen sich leicht quantifizieren, da sie mit messbaren Werten verbunden sind, wie z. B. geringeren Kosten oder schnelleren Reaktionszeiten auf Kundenanfragen. Dazu zählen unter anderem reduzierte Personalkosten, höhere Produktivität und verbesserte Reaktionszeiten im Kundenservice.
„Weiche“ oder immaterielle Erträge sind schwerer zu messen. Hierzu gehören eine höhere Mitarbeitermotivation und eine bessere Mitarbeiterbindung, insbesondere wenn moderne ERP-Systeme einfach zu bedienen sind und monotone manuelle Tätigkeiten entfallen. Ebenfalls dazu zählt eine stärkere Markenwahrnehmung bei Kunden, wie z. B. durch mehr Wahlmöglichkeiten und besseren Service, zum Beispiel durch optimierte Bestellprozesse und eine verbesserte Sendungsverfolgung. Auch wenn sich diese immateriellen Vorteile nur schwer berechnen lassen, sollten sie Entscheidungsträgern als Teil der formalen Business-Argumentation für ein neues ERP-System präsentiert werden.
| Materielle Vorteile | Immaterielle Vorteile |
|---|---|
| Geringere Arbeitskosten | Bessere Zusammenarbeit der Mitarbeiter |
| Verbesserte Reaktionsfähigkeit im Kundenservice | Verbesserte Kundenbindung |
| Effizienteres Finanzmanagement | Schnellere Entscheidungsfindung durch besseren Zugriff auf präzise und aktuelle Daten |
| Bessere Produktivität | Bessere Benutzererfahrung |
Unternehmen entscheiden sich aus unterschiedlichen Gründen für ein ERP-Upgrade, vor allem jedoch, um die vielen Vorteile der Cloud zu nutzen. Dazu zählen das abonnementbasierte Preismodell, regelmäßige Funktionsupdates, Sicherheits- und Skalierungsvorteile sowie die Tatsache, dass Cloud-Anbieter die komplette Systemwartung übernehmen. Im Folgenden finden Sie die Schritte, mit denen Unternehmen den ROI ihres ERP-Systems bewerten und feststellen können, ob ein Upgrade sinnvoll ist.
Wenn Sie den ERP-Implementierungsprozess mit einem klaren Verständnis des erzielbaren ROI beginnen, können Sie unternehmensweit besser Unterstützung gewinnen, geeignete Change-Management-Maßnahmen etablieren, die die Akzeptanz des neuen Systems erhöhen, und fundiertere Entscheidungen zur Ressourcenverteilung treffen. Unternehmen, die auf Oracle Fusion Cloud Enterprise Resource Planning (ERP) umsteigen, profitieren von modernsten Funktionen für Finanzwesen, Fertigung, Beschaffung und weitere Bereiche, die auf der skalierbaren und leistungsstarken Cloud-Infrastruktur von Oracle betrieben werden. Oracle Cloud ERP ist eine integrierte Anwendungssuite, ergänzt durch Oracle Fusion Data Intelligence, die Unternehmensdaten, sofort einsatzbereite Analysen sowie vordefinierte KI- und Machine-Learning-Modelle zusammenführt, um tiefere Einblicke zu ermöglichen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen.
Wie hoch ist die Erfolgsquote von ERP?
Laut einem Bericht der Panorama Consulting Group aus dem Jahr 2023 gaben 83 % der Unternehmen, die vor der Implementierung eine ROI-Analyse durchgeführt hatten und seit mehr als einem Jahr produktiv waren, an, dass ihre ERP-Projekte den erwarteten ROI erzielt haben.
Wie erzielen wir den bestmöglichen ROI bei unserer ERP-Implementierung?
Vollständig integrierte, cloudbasierte Systeme sind entscheidend für einen hohen ROI, da sie Vorteile in Bezug auf Funktionen, Skalierbarkeit, Sicherheit, Kosten und weitere Aspekte bieten.
Warum ist es schwierig, den ROI von ERP-Systemen zu berechnen?
Die Berechnung des ROI einer ERP-Investition ist anspruchsvoll, da potenzielle Erträge sowohl materiell als auch immateriell sind und nicht alle Unternehmen in der Lage sind, Herausforderungen zu dokumentieren und Vorteile zu quantifizieren.
Ist ERP-Software eine gute Investition?
ERP-Software gilt als eine der wichtigsten IT-Investitionen, da sie zentrale Finanz-, Fertigungs-, Projektmanagement-, Beschaffungs- und weitere Geschäftsprozesse unterstützt und verbessert.